I am… oder Story of my life: Verbundenheit – Fluch oder Segen?

Hallihallo, wie schön, dass du hier bist.

In diesem Artikel teile ich einen Text mit dir, den ich vor knapp anderthalb Jahren, im Sommer 2019, anlässlich der #iamchallenge von Laura Malina Seiler verfasst habe.

Den Hintergrund der Challenge beschreibt Laura folgendermaßen: “Es gibt zwei Worte in diesem Universum, die machtvoller sind als alle anderen. Diese beiden Worte sind: ICH BIN…! Denn alles, was wir darauf folgen lassen, erschafft unsere Realität.” (Mehr dazu liest du hier.)

Das heißt, je nachdem wie wir mit uns selbst sprechen, was wir über uns denken, verläuft unser Leben unterschiedlich. Wenn ich mir ständig sage, dass ich blöd bin und einfach nichts richtig hinbekomme, dann bin ich vermutlich ziemlich unzufrieden mit mir und dem Leben an sich. Wenn ich mir aber sage, dass ich wundervoll bin und ein Geschenk für die Welt, gehe ich ganz anders durchs Leben.
Das weiter auszuführen, wäre Stoff für mindestens einen weiteren, großen Artikel. Oder wohl eher für ganze Bücher 😉

An dieser Stelle möchte ich aber “einfach nur” meine Gedanken von damals mit dir teilen.

Und das sind nicht nur meine Gedanken von vor anderthalb Jahren, sondern diese Grundeinstellung begleitet mich schon mein Leben lang und immer noch.

So gesehen bekommst du gleich einen tiefen Einblick in meine Seele. Vielleicht würde ich heute manche Dinge etwas anders ausdrücken, aber ich teile hier ganz bewusst den Original-Text. Vielleicht findest du dich ja an der einen oder anderen Stelle wieder.

I AM EVERYTHING.

Ich bin Alles: Ich bin mit allem verbunden, und alles ist in mir.

Schon immer fühle ich diese tiefe Verbindung mit der Welt, mit allen und allem, das mich umgibt. Die kleine Anekdote, die meine Mutter so gerne erzählt, spricht Bände:

Ich bin ungefähr 2 Jahre alt, Mama und ich fahren im Auto.
Plötzlich regt sich meine Mutter furchtbar über einen entgegenkommenden Autofahrer auf.
Auf meine Frage, wieso, sagt sie, er habe die Kurve so arg geschnitten.
Darauf ich: “Tut das der Kurve jetzt weh?”

Ja, so war ich schon immer. Müll am Straßenrand? Noch nie verstanden. Überfahrene Tiere? Das Schlimmste für mich. Wenn es dann heißt, die blöden Tiere überqueren eben unsere Straße, denke ich: Naja, eigentlich sind es doch wir Menschen, die einfach so Straßen bauen, mitten im Revier der Rehe, die dann geblendet vom Scheinwerferlicht über die Straße laufen und im schlimmsten Fall überfahren werden.

Und hier zeigt sich auch schon mein “Problem” mit dieser Verbundenheit:
Wie kann ich nur damit klarkommen, dass auf der ganzen Welt die Regenwälder brennen?
Wie kann ich damit leben, dass in einem Viertel Hamburgs 20-Millionen-Euro-Villen stehen und im nächsten Menschen auf der Straße leben?
Wie soll ich mit all den Bildern umgehen, die gestrandete Wale mit einem Magen voller Plastik zeigen, Schildkröten, die in Plastiktüten ersticken, Orang-Utans, die panisch vor dem Brand unseres gemeinsamen Zuhauses fliehen, verblutende Elefanten, die für ihre Stoßzähne gejagt wurden, Menschen, die verhungern, vor Krieg flüchten, ihr Zuhause verlieren?

Am schwierigsten jedoch finde ich es, mit den anderen Menschen umzugehen. Auf der ganzen Welt, in unserem Land, in meinem Umfeld. Für die all das so weit weg ist, die in ihrem Alltag mit ihren eigenen Problemen kämpfen und das, was im Regenwald oder in der Arktis passiert, nur als kurze Nachricht wahrnehmen. Dann erschrickt man mal kurz, findet es ganz schrecklich, macht aber schließlich mit seinem Leben weiter. Denn als Einzelne*r kann man ja eh nichts ändern und was soll das alles überhaupt mit ihnen zu tun haben?

Die Sache ist, es geht uns alle etwas an. Wir sind alle verantwortlich und jede*r Einzelne kann etwas ändern.

Ja, wenn ich alleine mir meinen Kaffee im Wegwerfbecher hole, macht das keinen großen Unterschied. Wenn das aber jede*r der 45 Mio. Berufstätigen hier in Deutschland nur zweimal pro Woche denkt, macht das 4,68 MILLIARDEN Wegwerf-Kaffeebecher in EINEM Jahr. Und Deutschland ist jetzt nicht gerade das größte Land auf unserer Welt.
Ich glaube, der Kaffeebecher ist ein so beliebtes (ja, ich weiß, ausgelutschtes) Beispiel, weil er so plakativ veranschaulicht, was das Problem ist.
Als Kind war immer das Kaugummi mein Paradebeispiel: “Ist doch nur ein Kaugummi,” hat man da oft gehört. Tja, wenn jetzt aber jede*r so denkt und seinen/ihren Kaugummi auf den Schulhof wirft, ist der ruckzuck gepflastert.

Wie also damit umgehen?

Es gibt Tage, da ist es richtig schlimm: Da möchte ich mich heulend in mein dunkles Zimmer verkriechen und nichts mehr aus der Welt mitbekommen. Noch nicht mal in den Wald gehen möchte ich, weil ich bei jedem Bonbonpapier, das ich am Wegesrand sehe, drohe zusammenzubrechen.

Dann hilft es mir, zu sehen, dass ich nicht alleine bin. Social Media hat auch was Gutes: Ich sehe so viele tolle Menschen, die sich tagtäglich mit ihrem Tun dafür einsetzen, Bewusstsein zu schaffen und aufzuzeigen, dass jede*r Einzelne zählt.

Und wenn ich genug Energie habe, kann ich selbst mit gutem Beispiel vorangehen und dadurch mein Umfeld dazu motivieren, ebenfalls bewusster durchs Leben zu gehen.
Bei der Hunderunde den Müll am Wegesrand aufsammeln, beim Einkauf auf Inhaltsstoffe und Verpackung achten, nur soviel kaufen, wie ich auch wirklich verbrauchen kann. Und meinen Kaffeebecher entweder morgens schon mitnehmen, oder den Kaffee im Café trinken – oder, was öfter der Fall ist, ganz darauf verzichten. Vertrage ich eh nicht so gut… 😉

Ich bin fest davon überzeugt, dass jede*r von uns zu einer besseren Welt beitragen kann. Dass jeder noch so kleine Schritt zählt.

Ich wünsche mir, dass alle Menschen das erkennen. Dass jede*r die Welt mitgestaltet, in der wir leben.

Nein, wir sind nicht Opfer der Umstände. Nein, wir können nicht nur tatenlos zusehen und können eh nichts verändern.

Doch – denn Veränderung fängt im Kleinen an. Und dazu braucht es uns alle.

Dieser letzte Satz ist die Quintessenz für mich und ich hoffe, er gibt auch dir dieses wohltuende Gefühl der (Selbst-)Wirksamkeit, der Gestaltungsmacht, der Schöpferkraft – wie auch immer du es nennen willst. Das mag nicht immer leicht sein – meine “daily struggles” habe ich ja oben beschrieben. Doch egal, in welchem Bereich du diese Macht nutzen und dich selbst entfalten möchtest – es lohnt sich. Und:

Du bist wichtig.


Danke, dass du hier bist. Danke, dass du bis hierher gelesen hast 🙂

Was ist dein “I am”? In welchem Bereich möchtest du dich entfalten?
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