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	<title>Wunderland Coaching Archive - Wunderland Coaching</title>
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	<description>Coaching für Selbstwert und SelbstBewusstsein</description>
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	<title>Wunderland Coaching Archive - Wunderland Coaching</title>
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		<title>Achterbahn fürs Nervensystem: 2 Jahre Selbstständigkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marie-Elisabeth Hirsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Feb 2023 20:29:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[innere Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wunderland Coaching]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute, am 24. Februar 2023, feiere ich zwei Jahre Wunderland Coaching!Auf meine ersten zwei Jahre der Vollzeit-Selbstständigkeit blicke ich in diesem Artikel zurück &#8211; mit besonderem Augenmerk auf das Nervensystem. Denn für mein Nervensystem war vor allem das erste Jahr die reinste Achterbahnfahrt. Dieser Rückblick ist recht lang und intensiv. Wenn dir gerade die Zeit&#8230;&#160;<a href="https://wunderland-coaching.de/nervensystem-selbststaendigkeit/" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Achterbahn fürs Nervensystem: 2 Jahre Selbstständigkeit</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://wunderland-coaching.de/nervensystem-selbststaendigkeit/">Achterbahn fürs Nervensystem: 2 Jahre Selbstständigkeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://wunderland-coaching.de">Wunderland Coaching</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute, am 24. Februar 2023, feiere ich zwei Jahre Wunderland Coaching!<br>Auf meine ersten zwei Jahre der Vollzeit-Selbstständigkeit blicke ich in diesem Artikel zurück &#8211; mit besonderem Augenmerk auf das Nervensystem. <strong>Denn für mein Nervensystem war vor allem das erste Jahr die reinste Achterbahnfahrt.</strong></p>



<p>Dieser Rückblick ist recht lang und intensiv. Wenn dir gerade die Zeit und/oder der Nerv fehlt, so tief einzutauchen, empfehle ich dir, zu Abschnitt 9 (&#8222;&#8230;und was mir geholfen hat&#8220;) zu springen. Dort findest du <strong>ganz konkrete Schritte, um mit dem Nervensystem zu arbeiten</strong> &#8211; und dafür musst du noch nicht mal selbstständig sein, das <strong>lässt sich auf alle Lebensbereiche übertragen!</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/image.webp?resize=150%2C243&#038;ssl=1" alt="Buchempfehlung für die Arbeit mit dem Nervensystem: &quot;Der Vagus-Nerv als innerer Anker&quot; von Deb Dana" class="wp-image-2521" style="width:150px;height:243px" width="150" height="243" srcset="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/image.webp?w=399&amp;ssl=1 399w, https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/image.webp?resize=185%2C300&amp;ssl=1 185w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></figure></div>


<p>Für den Blick auf das Nervensystem stütze ich mich vorrangig auf zwei Ressourcen. Beide kann ich absolut empfehlen, um sich selbst besser verstehen zu lernen:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Das Buch “Der Vagus-Nerv als innerer Anker &#8211; Angst und Panik überwinden, Ruhe und Stärke finden” von Deb Dana (z. B. <a href="https://www.genialokal.de/Produkt/Deb-Dana/Der-Vagus-Nerv-als-innerer-Anker_lid_46015761.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier über genialokal</a> erhältlich)</li>



<li>Das kostenfreie Training <a href="https://www.nesc-coaching.com/video-training/anschauen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">“Die Neurobiologie echter Transformation”</a> von Britta Kimpel, der Gründerin der NESC-Coaching-Methode</li>
</ol>



<h2 class="wp-block-heading">Warum der Blick auf das Nervensystem?</h2>



<p>Seit etwas über einem Jahr lerne ich immer mehr über und beschäftige mich mit dem autonomen Nervensystem &#8211; wie es völlig ohne unser Zutun funktioniert und wie wir mit diesem Wissen dennoch <strong>bewusst </strong><strong><em>mit</em></strong><strong> ihm arbeiten können (statt seinen automatischen Reaktionen hilflos ausgeliefert zu sein)</strong>.</p>



<p>Das hat mir die Augen geöffnet und sehr geholfen, mich noch besser zu verstehen &#8211; und noch besser für mich zu sorgen. Denn mit ein paar grundlegenden “Kniffen” ist schon viel getan.</p>



<p>Als ich mehr über das Nervensystem lernte, bemerkte ich allerdings auch, wie ich meines mit meinem Sprung in die Selbstständigkeit (über)strapaziert hatte. Deshalb war ich zunächst geneigt zu sagen, ich sei zu früh in die Selbstständigkeit gestartet &#8211; und doch war alles genau richtig so, wie es war.</p>



<p>Wie ich darauf komme, erzähle ich dir jetzt. Lass’ uns dafür zuerst mal einen Blick zurück vor die Zeit meiner Selbstständigkeit werfen. Denn <strong>viele der Herausforderungen, die mir in meiner Selbstständigkeit begegnen, begleiten mich schon weit länger</strong> als zwei Jahre.</p>



<h2 class="wp-block-heading">2020: Einmal alles auf Null</h2>



<p>Das Jahr 2020 stand für mich unter dem Zeichen des Neuanfangs. Ich hatte meinen Job gekündigt und trat zum 1. Februar aus.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" src="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/IMG_20200324_170550_8.jpeg?resize=288%2C512&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-2524" style="width:288px;height:512px" width="288" height="512" srcset="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/IMG_20200324_170550_8.jpeg?resize=576%2C1024&amp;ssl=1 576w, https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/IMG_20200324_170550_8.jpeg?resize=169%2C300&amp;ssl=1 169w, https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/IMG_20200324_170550_8.jpeg?w=600&amp;ssl=1 600w" sizes="(max-width: 288px) 100vw, 288px" /><figcaption class="wp-element-caption">Meine Hauptbeschäftigung im ersten Halbjahr 2020!</figcaption></figure></div>


<p>Und zwar in eine komplette Auszeit: Ich war ziemlich ausgebrannt und widmete mich erstmal meiner Psychotherapie, die ich mit letzter Kraft angeleiert hatte. Glücklicherweise begann diese just in der letzten Woche meines Angestelltendaseins, sodass ich direkt mit Unterstützung in meine Auszeit startete und nicht einfach in ein Loch fiel.</p>



<p><strong>Zu Beginn meiner Auszeit wusste ich nämlich absolut nicht, wo mir der Kopf stand. Ich war einfach nur erschöpft und musste mich </strong>&#8211; wie es meine ehemalige Kollegin so treffend sagte &#8211; <strong>erstmal von der Zeit in dem Job erholen.</strong></p>



<p>Heute, mit etwas Abstand, weiß ich: Es war nicht nur dieser Job, von dem ich mich erholen musste. Der war nur die Spitze des Eisbergs. Er war ja auch eigentlich völlig okay, nur hatte ich eben <strong>schon davor jahrelang gegen meine eigene Wahrheit gelebt</strong> und damit mein Nervensystem und meine Seele über alle Maßen strapaziert!<br>Dieser Entwicklung setzte der Job, den ich hatte, einfach nur noch die Krone auf. Er war sozusagen der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.<br>Nicht, weil es ein miserabler Job war, sondern weil er absolut nicht <em>mir</em> entsprach.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bis 2020: Nervensystem im Ausnahmezustand</h2>



<p>Vor meiner Auszeit war mein Nervensystem also jahre-, eigentlich sogar jahrzehntelang in einem absolut ungesunden Dauerstress-Zustand. In völliger Übererregung, die daher rührte, dass ich schon früh das Gefühl hatte, nicht dazuzugehören. Ich war “zu leise”, “zu genau”, “zu empfindlich”, in vielerlei Hinsicht nicht wie “die anderen” und “zu” irgendwas.</p>



<p>Ich hatte immer das Gefühl, mich beweisen und vor allem: mich anpassen zu müssen.<br>Anders gesagt: <strong>Ich hatte das Gefühl, es sei nicht sicher, wirklich <em>ich</em> zu sein. </strong>Und mein Nervensystem, dessen oberste Aufgabe meine Sicherheit ist, war ständig auf der Suche nach Gefahren und witterte sie an jeder Ecke.</p>



<p>Mein “Normalzustand” lag <strong>irgendwo zwischen Überaktivierung und Überforderung</strong>.</p>



<p>Ein Ausdruck der Überaktivierung war z. B. mein Drang, mich ständig beweisen zu müssen: <strong>Nicht einfach mein individuell Bestes zu geben und damit gut genug zu sein, sondern immer noch ein, zwei Schippen drauflegen zu müssen</strong>, ist die reinste Kampfreaktion. Und dann die ständige Angst, jemandem könnte auffallen, dass ich ja eigentlich gar nicht so toll in meinem Job war (auch bekannt als Impostor-Syndrom)!</p>



<p>Die große <strong>Diskrepanz zwischen Außen und Innen</strong> (denn ich bekam durchaus Lob für meine Arbeit!) führte immer öfter zu maßloser Überforderung und mündete schließlich im Shutdown, auch bekannt als Burnout.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/DSC_5475-1-edited.jpeg?w=300&#038;ssl=1" alt="Nervensystem in Aufruhr und ich völlig erschöpft - mein Normalzustand 2018" class="wp-image-2526" style="width:300px"  srcset="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/DSC_5475-1-edited.jpeg?w=356&amp;ssl=1 356w, https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/DSC_5475-1-edited.jpeg?resize=300%2C275&amp;ssl=1 300w" sizes="(max-width: 356px) 100vw, 356px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ich im Oktober 2018 &#8211; nach einem Jahr im Arbeitsleben schon völlig erschöpft (und nein, meine müden Augen lagen nicht an den Pflanzen im Hintergrund <img alt="😄" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" consent-original-src-_="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f604.png" consent-required="902" consent-by="services" consent-id="903"/> die waren da nur Deko)</figcaption></figure></div>


<p>Nun war es keineswegs so, dass mein ganzes System (Körper, Seele, Geist) mir nicht schon längst signalisiert hätte, dass meine Situation und mein Verhalten nicht gut für mich waren: ständige Erkältungen, Verdauungsbeschwerden, immer weiter sinkendes Energieniveau, fehlende Konzentration, Unzufriedenheit und Widerstand gegen so ziemlich alles und jeden, Aufschieberitis vom Feinsten, das völlige Missachten meiner Intuition, extreme Reizbarkeit, dann immer öfter eine große innere Leere.</p>



<p><strong>Auf allen Ebenen waren die Anzeichen da</strong> &#8211; ich brachte sie nur sehr lange nicht miteinander in Verbindung und dachte leider auch, sie “gehörten eben dazu”…</p>



<p><strong>Irgendwann </strong><strong><em>musste</em></strong><strong> dieser Zustand einfach umschlagen.</strong> Nachdem keine der (unbewussten) Kampf-und-Flucht-Reaktionen und auch keine der (bewussten) Symptombehandlungen aus vergangenen Jahren zur Verbesserung meiner Situation geführt hatte, leitete mein autonomes Nervensystem also die nächste Stufe ein: den Shutdown. Oder in meinem Fall mehrere “kleinere” Shutdowns, wie an dem einen Montagmorgen, als meine Beine einfach streikten und ich partout nicht vom Sofa aufstehen konnte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die große Erkenntnis</h2>



<p>Aus diesem Zustand kam ich 2020 in meine Auszeit. Alleine, diese anzuleiern, hatte mich enorm viel Kraft gekostet &#8211; und gleichzeitig auch wieder Energieressourcen freigesetzt, denn endlich hatte ich wieder ein Gefühl der Selbstwirksamkeit: <strong>Ich nahm mein Leben in die Hand &#8211; ich trat für meine Bedürfnisse ein und sorgte für Veränderung.</strong></p>



<p>In der Therapie machte ich in den ersten Monaten große Fortschritte. Die Zeit für mich, ohne irgendetwas leisten zu müssen, war sehr heilsam. Aber auch sehr herausfordernd &#8211; zum einen sind wir in Deutschland doch ziemlich auf Leistung getrimmt und solche Prägungen legt man nicht einfach so ab. Zum anderen war mein Körper in den vergangenen Jahren schlicht und ergreifend süchtig nach dem Hormoncocktail geworden, der bei Stress ausgeschüttet wird!</p>



<p>Die große Erkenntnis, die mich Mitte des Jahres traf, war dementsprechend eine Mischung aus zwei Dingen: <strong>Ich kam mir selbst endlich wieder näher</strong>, begann zu spüren, welche Ideen, Eigenschaften, Wünsche von mir selbst (bzw. meiner Intuition) kamen und welche von den Erwartungen anderer herrührten.</p>



<p>Und <strong>mein Nervensystem wurde durch den ungewohnt ruhigen Zustand alarmiert</strong> und setzte alles daran, das Verlangen meines Körpers nach den “fehlenden” Stresshormonen zu stillen!</p>



<p>Durch die neue Idee und Zukunftsperspektive wurde mein System also wieder aktiviert. Endlich gab es wieder eine Richtung, in die meine Energie gelenkt werden konnte.<br>Vor allem aber setzte direkt das große Zweifeln ein und führte zu inneren Konflikten und Stress &#8211; sprich: zum altbekannten Zustand, von dem ich auf Entzug war.</p>



<p>“Ich, Coach?! Mit gerade mal 30? Bin ich nicht viel zu jung, bringe viel zu wenig Erfahrung und Expertise mit?!”<br>Dieser Zweifel saß sehr tief, doch durch die neu gewonnene Nähe zu mir selbst konnte ich ihm zum Glück etwas entgegensetzen:<br>Auf das Alter kam es gar nicht an. In meinen 30 Runden um die Sonne hatte ich schon mehr Lebenserfahrung gesammelt als manche Menschen in 80 Jahren.</p>



<p><strong>Ich hatte selbst die Erfahrung gemacht, wie es sich anfühlt, sich so weit von sich selbst entfernt zu haben, dass man die Person im Spiegel kaum zuordnen kann.</strong><br>Wie es sich anfühlt, einem Traum nachgejagt zu haben, der nicht der eigene war, und eines morgens aufzuwachen und zu denken “Verdammt, was MACHE ich hier eigentlich???”<br><strong>Und wie es gelingen kann, wieder zurück zu sich selbst zu kommen und aus diesem Leben auszubrechen, das nicht das eigene ist.</strong></p>



<p>Mir dämmerte: Genau darin wollte ich Menschen begleiten &#8211; und auch die Fähigkeiten dazu brachte ich mit! Zum Beispiel habe ich mit meiner Empathie und Fähigkeit, zuzuhören, ohne direkt einen Input geben zu müssen, schon immer hinter die Kulissen geschaut und gespürt, was <em>eigentlich</em> los ist.</p>



<p><strong>Dank der zurückeroberten Nähe zu mir selbst konnte ich das erkennen.</strong> Ich konnte mir eingestehen und erlauben:<br>Ja, ich will Coach werden und Menschen in genau den Prozessen begleiten, die ich selbst größtenteils alleine durchlaufen habe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Darf ich das?</h2>



<p>Schon Mitte 2020 reifte dieser Gedanke also in mir. Zum einen, weil es mir nach einigen Monaten des “Nichtstuns” und der Therapie schon viel besser ging.</p>



<p>Zum anderen, weil ich von klein auf auf Leistung getrimmt war und langsam, aber sicher &#8211; eingeleitet durch mein autonomes Nervensystem und diese alten Prägungen &#8211; hibbelig wurde: Ich muss doch jetzt mal eine Perspektive schaffen. <strong>Ich kann schließlich nicht für immer auf der faulen Haut liegen, ich muss doch was </strong><strong><em>leisten</em></strong><strong>!</strong> Ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft sein und nicht nur von ihr profitieren, ohne etwas zu geben!</p>



<p>Mit solchen Gedanken hatte ich leider oft zu kämpfen und <strong>sie drängten mich zu schnellem Handeln &#8211; obwohl ich rational wusste, dass das weder wahr, noch förderlich war</strong>:</p>



<p>Erstens war da so etwas wie Trotz, denn durch den absurden Leistungsdruck unserer Gesellschaft war ich ja erst auf diese Bahn geraten, die mich krank und arbeitsunfähig gemacht hatte. War das Arbeitslosengeld also nicht quasi mein Schmerzensgeld?</p>



<p>Zweitens wusste ich tief in mir drin, dass ich einen wesentlich größeren, sinnvolleren und besseren Beitrag würde leisten können, wenn es mir selbst <em>richtig</em> gut ginge und ich das tun würde, wofür ich wirklich hier bin und was ich richtig gut kann. <strong>Und dass ich dafür erstmal selbst </strong><strong><em>wirklich</em></strong><strong> gesund und gut aufgestellt sein müsste.</strong></p>



<p>Und doch kam da diese Stimme in mir auf, die mich antrieb und die mir keine Alternative ließ: Ich musste jetzt mal langsam in die Pötte kommen. Meine Familie würde mich sicher nach dem Arbeitslosengeld weiter finanziell unterstützen, <strong>aber hatte ich das wirklich verdient?</strong> Musste ich nicht ihnen gegenüber eine Leistung vorweisen, eine Art “Zweck” ihrer Geldanlage? <strong>War dafür “einfach nur” mein Wohlergehen nicht viel zu wenig?</strong></p>



<p>Mir ist übrigens sehr bewusst, wie privilegiert meine Lage war! Viele haben gar keine andere Möglichkeit und <em>müssen</em> für Einkommen sorgen, um überhaupt überleben zu können.&nbsp;</p>



<p>Dennoch finde ich es &#8211; mir fällt kein anderes Wort ein &#8211; krass, wie sehr <strong>gesellschaftliche Prägungen und vergangene Erfahrungen dafür sorgen können, dass ein solcher Druck entsteht, </strong><strong><em>obwohl</em></strong><strong> es de facto andere Möglichkeiten </strong><strong><em>gäbe</em></strong>! In meinem Fall zum Beispiel: Das Arbeitslosengeld auslaufen lassen und mit dem Rückhalt meiner Familie gänzlich heilen, um <em>dann</em> neue berufliche Wege zu schaffen.</p>



<p>Stattdessen verlangte die antreibende Stimme in mir, dass ich etwas würde “vorweisen” können, wenn das Arbeitslosengeld ausliefe. Einen Plan. <strong>Eine Rechtfertigung, eine Daseinsberechtigung.</strong><br>Dieser Druck war immer da, selbst wenn ich ihn nicht immer aktiv wahrnahm: er schwang irgendwie so mit und beeinflusste mich in meinen Entscheidungen und in meinen Gefühlen.</p>



<p>Und er veranlasste mich dazu, nach einer geeigneten Coaching-Ausbildung zu suchen &#8211; nicht einfach so, sondern mit dem klaren Ziel, Anfang 2021 als Coach in die Selbstständigkeit zu starten und damit meinen Lebensunterhalt zu bestreiten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ready or not: der Startschuss</h2>



<p>Schwupps, war ich schon alleine durch die Suche und den enormen Druck dahinter zurück in den Zustand der Übererregung katapultiert:</p>



<p>Im Dschungel der Coaching-Ausbildungen die richtige zu finden, war total überfordernd.<br>“Die Richtige” kam dann zu mir, als ich mal für eine Woche aufgehört hatte, zu suchen &#8211; und alles fühlte sich richtig an. <strong>Ich fühlte mich bereit.</strong></p>



<p>Rückblickend frage ich mich an dieser Stelle allerdings: <strong>Wie bereit war ich wirklich und wie groß war dann doch der Einfluss meines inneren Antreibers, dem der (gesellschaftliche) Druck im Nacken saß?</strong></p>



<p>Inwiefern war die Entscheidung zu dem Zeitpunkt eine Kampf-Reaktion meines Nervensystems, eine Art Flucht nach vorne, um der Unsicherheit des ständigen Zweifelns und inneren Drucks zu entkommen <em>und</em> um den gewohnten Zustand wiederherzustellen?</p>



<p>Tja, so genau werde ich das nie wissen.</p>



<p>Vermutlich war es ohnehin eine Mischung:<br>Die Coaching-Ausbildung an sich war wirklich (sogar zu dem Zeitpunkt) gut &#8211; sie gab mir eine Perspektive und inhaltlich konnte ich daraus sehr viel auch für meine eigene Entwicklung und Reflexion mitnehmen.</p>



<p>Der Termindruck, der damit einherging, war hingegen zu viel. Der entstand zum einen durch den straffen Terminplan der Ausbildung selbst mit wöchentlich neuen Inhalten und dem Abschluss nach 3 Monaten, insbesondere aber durch mein (aus Erwartungsdruck heraus) selbst gesetztes Ziel, ab dem 1.1.2021 als selbstständige Coach Geld zu verdienen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die ersten Monate: Stresspegel steigend</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/IMG_20210128_120205_32.jpeg?resize=300%2C434&#038;ssl=1" alt="Ich im Januar 2021: die Selbstständigkeit war gestartet, mein Nervensystem hochaktiviert" class="wp-image-2527" style="width:300px;height:434px" width="300" height="434" srcset="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/IMG_20210128_120205_32.jpeg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/IMG_20210128_120205_32.jpeg?resize=208%2C300&amp;ssl=1 208w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Januar 2021: hochmotiviert und über-aktiviert</figcaption></figure></div>


<p><strong>Gerade hatte ich mich von einem extrem hohen Stresspegel erholt</strong> und mein Nervensystem zum ersten Mal seit Jahren zurück in einen Bereich gebracht, in dem an guten Schlaf, innere Ruhe, echte Entspannung und funktionierende Körperfunktionen endlich wieder zu denken war.</p>



<p><strong>Und dann katapultierte ich mich wieder auf ein Level, das gerade so ein <em>bisschen</em> niedriger lag:</strong></p>



<p>Schon vor dem offiziellen Start in die Selbstständigkeit gab es einiges zu tun. Anmeldung, Krankenversicherung, diverse Ämter, Gespräche mit meiner Familie über die Finanzierung, erste Probecoachings, meinen Instagram-Account,&#8230; Ursprünglich sollte sogar meine Website direkt zum 1.1. an den Start gehen &#8211; dauerte nur ungefähr 4 Monate länger <img alt="😀" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" consent-original-src-_="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f600.png" consent-required="902" consent-by="services" consent-id="903"/></p>



<p>Dann die Fragen von interessierten und wohlmeinenden, aber kritischen und völlig Online-Business-fremden Menschen, WIE ich mir das denn nun alles so vorstellte &#8211; ob sich denn überhaupt Geld verdienen ließe mit sowas in diesem Internet…</p>



<p>All die Fragen, wie ich das denn alles anstellen wollte, stressten mich enorm &#8211; ich wusste es doch selbst nicht so genau!</p>



<p>Da half auch das Schreiben eines rudimentären Business Plans für mich selbst absolut nicht &#8211; es war nur eine von vielen Methoden, die mir im Außen präsentiert wurden, wie “man” an so ein Business herangeht. Die (viel zu) strategische Herangehensweise führte allerdings nur dazu, <strong>dass ich mich wieder von meinem wahren Kern entfernte. Dass ich wieder die Antworten vergaß, die ich doch alle schon in mir trug.</strong> Oder dass ich sie übersah und manchmal sogar willentlich überging, weil sie viel zu “weich”, zu wenig strategisch, zu naiv, zu langsam schienen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was mich als Business-Starterin besonders stresste…</h2>



<p>Hier war ich also wieder: Völlig lost und überfordert, hatte mich selbst schon wieder ein Stück weit aus den Augen verloren. <strong>Und fing wieder an, die Antworten und Erfolgsrezepte im Außen zu suchen</strong>: Belegte einen Business-Starter-Kurs nach dem anderen. Sog alles auf, was von diversen Expert*innen zu den Themen zu finden war, die mich umtrieben. Versuchte mich in den Anzug eines Onlineunternehmerinnen-Prototypen zu pressen, der mir aber doch gar nicht passte!</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="338" src="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/IMG_20201125_185910_4.jpeg?resize=600%2C338&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-2515" srcset="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/IMG_20201125_185910_4.jpeg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/IMG_20201125_185910_4.jpeg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">Einer von vielen (halbherzigen) Versuchen, mich in eine Struktur zu zwängen, die eigentlich nicht wirklich zu mir passte.</figcaption></figure></div>


<p>Damit widersprach ich in vielen meiner Handlungen wieder dem, was ich fühlte &#8211; wie ich es früher so oft getan hatte. <strong>Da war wieder die Diskrepanz zwischen Innen und Außen, die das Nervensystem so stresst</strong>, weil es dadurch lernt, dass “Ich selbst sein” nicht sicher ist.</p>



<p>Und es entstand auch wieder ein großer <strong>innerer Widerstand</strong>, weil vieles, was in solchen Business-Starter-Kursen (selbst in “ganzheitlichen”) vermittelt wird, einfach völlig gegen meine Werte geht: Marketing-Tricks, utopische Versprechungen, aggressive Kommunikation, das Rumreiten auf “pain points”, generell “höher, schneller, weiter”,&#8230; &#8211; das <strong>konnte ich nicht mit meinen höchsten Werten Authentizität, Wertschätzung und Nachhaltigkeit vereinbaren</strong>. Gleichzeitig sah ich, dass genau diese Strategien zu funktionieren schienen! Zwar vermutlich weniger für die Käufer*innen (wenn nur das Symptom behandelt wird, statt der Ursache, meldet die sich zwangsläufig irgendwann wieder), aber offensichtlich für die Anbieter*innen.</p>



<p>Also versuchte ich, das mitzunehmen, was zu mir und meinen Werten passte. Das andere nahm ich nur leider ebenfalls wahr und es “triggerte” mich &#8211; mein altbekanntes Gefühl, nicht gut genug zu sein, nicht genug zu leisten, es nicht hart genug zu probieren, einfach zu empfindlich zu sein für die Online-Welt und niemals erfolgreich sein zu können. Mich anpassen zu müssen, lauter, schneller, aggressiver werden zu müssen.</p>



<p>Ich sah das nicht ein und gab ihm nicht nach &#8211; <strong>wenn sich in mir alles sträubt, vertraue ich mittlerweile darauf, dass es nichts für mich ist</strong>. Es gibt einen Unterschied zwischen dem inneren Widerstand, der signalisiert “Lass’ die Finger davon, das ist nichts für dich” und der Angst, die sich einfach ein wenig vor Unbekanntem fürchtet und die man liebevoll an die Hand nehmen kann.</p>



<p>Dabei jedoch standhaft zu bleiben &#8211; bei MIR zu bleiben -, war und ist immer wieder die größte Herausforderung für mich.</p>



<p>Besonders, weil ich von Natur aus neugierig bin und es mich nun mal interessiert, was andere Menschen so machen. So auch meine Coaching-Kolleg*innen! Beim Anblick all dessen, was die alles tun, ständig am Umsetzen sind und ein Angebot nach dem anderen raushauen, bin ich allerdings besonders in meinem ersten Business-Jahr mehr als einmal zurück in den Strudel des “nicht genug”-Fühlens geraten.</p>



<p>Wie gesagt: <strong>Ich glaubte, mehr leisten zu müssen.</strong> Und <strong>das widersprach meinem festen Vorhaben, mein Business von Anfang an nachhaltig gesund aufzubauen</strong>, also achtsam mit meinen Ressourcen &#8211; der Grundlage für mein Business &#8211; umzugehen.</p>



<p>Für &#8222;selbst und ständig&#8220; war ich noch nie zu haben. <strong>Ich startete Wunderland Coaching, um <em>ständig ich selbst</em> sein zu können</strong> &#8211; mit meiner stillen Stärke, meinem eigenen Biorhythmus und meinem großen Ruhebedürfnis.<br>Da es leider in der Natur der Sache liegt, dass die Lauteren, Extravertierten häufiger zu sehen sind oder mehr auffallen und dass bei Social Media immer nur ein klitzekleiner Ausschnitt zu sehen ist (in der Regel das, was gut läuft), führte der Blick nach außen, selbst das &#8222;Vernetzen&#8220; mit eigentlich Gleichgesinnten, eher zu einem Mangelgefühl als zu wirklichem Miteinander und Inspiration.</p>



<h2 class="wp-block-heading">… und was mir geholfen hat</h2>



<p>Das ständige Mangelgefühl durch den Vergleich mit anderen, die selbst herbeigeführte Reizüberflutung und Überforderung &#8211; um zukünftig einen gesünderen Umgang damit zu finden, musste ich vor allem eins: <strong>meine innere Sicherheit stärken!</strong></p>



<h3 class="wp-block-heading">1. Zur Ruhe kommen</h3>



<p>Zuerst musste ich mir diese Gefühle eingestehen &#8211; und dann <strong>aufhören, unter dem Deckmantel der Inspiration immer wieder zu schauen, was andere machten.</strong></p>



<p>Denn das war es, was mich selbst davon abhielt, die Dinge umzusetzen, die zu <em>mir</em> passten. Was mich immer wieder ungeduldig werden ließ, wenn ich gefühlt wieder viiiiel langsamer war als alle anderen.</p>



<p>Sobald ich das erkannt hatte, konnte ich etwas dagegen tun.<br><strong>Es zu erkennen und wirklich </strong><strong><em>an</em></strong><strong>zuerkennen und danach zu handeln, dauerte ungefähr ein weiteres Jahr.</strong> Das erste Jahr meiner Selbstständigkeit, in dem ich nach dem “Trial &amp; Error”-Prinzip vieles ausprobiert hatte, hatte mich so gefordert, dass ich Ende des Jahres schon wieder eine Auszeit brauchte. Auch zwischendurch hatte ich mir Business- und vor allem Social-Media-<strong>Auszeiten</strong> gegönnt &#8211; allerdings <strong>immer erst dann, wenn es eigentlich schon zu spät und ich schon wieder kurz vor dem Ausbrennen war</strong>.</p>



<p>So wollte ich mein Business nicht führen: Teil meiner Mission ist es, Menschen zu einem achtsameren und liebevolleren Umgang mit sich selbst zu verhelfen. Und dazu gehört eben ganz elementar, <strong>die eigenen Ressourcen zu ehren und Pausen (oder Auszeiten) ganz natürlich mit einzubauen &#8211; nicht erst dann, wenn sie längst überfällig sind!</strong><strong><br></strong>Eine gesunde Balance zwischen Aktivierung und Entspannung ist nämlich das A und O eines regulierten Nervensystems.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium is-resized"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" src="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/IMG_7500-edited.jpeg?resize=300%2C200&#038;ssl=1" alt="Balsam für das Nervensystem: Social Media Apps löschen - hier Instagram" class="wp-image-2512" style="width:300px;height:200px" width="300" height="200" srcset="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/IMG_7500-edited.jpeg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/IMG_7500-edited.jpeg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure></div>


<p>Da durfte ich mir also dringend an die eigene Nase fassen. Die Auszeit im Dezember 2021 tat mir unheimlich gut. Währenddessen war ich nicht auf den sozialen Medien unterwegs. Ich nahm weder weitere “Inspiration” auf, noch versuchte ich selbst, Inspiration herauszugeben &#8211; ich WAR einfach mal. Dachte nicht über meine nächsten Schritte nach (denn irgendwelche Gedanken zu meinem Business waren sonst <em>immer</em> in meinem Kopf präsent), sondern lebte wirklich mal nur im Moment.</p>



<p><strong>Dadurch kam ich zur Ruhe und das gab meinen Gedanken den nötigen Raum, sich ganz von selbst zu sortieren</strong> &#8211; ohne, dass ich mir aktiv noch mehr Gedanken dazu machen musste.</p>



<h3 class="wp-block-heading">2. Ablenkungen reduzieren</h3>



<p>Und so startete ich in das Jahr 2022: Mit neuen Ideen, vor allem aber deutlich mehr innerer Ruhe und Sicherheit. <strong>Ich verabschiedete mich nach und nach von den diversen “Inspirationsquellen”</strong> (die diesen ursprünglichen Zweck für mich ja schon lange nicht mehr erfüllten) <strong>und fing Schritt für Schritt an, endlich </strong><strong><em>mein</em></strong><strong> Ding zu machen</strong> &#8211; etwas, was ich mir eigentlich von Anfang an fest vorgenommen hatte, was dann aber der fehlenden inneren Sicherheit, durch die ich enorm auf die Ablenkungen im Außen ansprang, zum Opfer gefallen war.</p>



<p>Es galt also, meine innere Sicherheit weiter zu stärken und die Ablenkungen im Außen drastisch zu reduzieren. Denn die zurückgewonnene innere Ruhe ließ mich an diesem Punkt erkennen, dass <strong>mein Nervensystem noch viel Aufmerksamkeit brauchte, um mich wirklich wieder sicher in mir zu verankern</strong> und zukünftig eben <em>nicht</em> durch äußere Eindrücke aus dem Gleichgewicht zu geraten &#8211; und dafür brauchte ich noch eine ganze Weile Abstand von ihnen.</p>



<p>Ganz konkret sah das bei mir so aus: Ich verhängte mir selbst ein <strong>Weiterbildungs-Verbot</strong>; ich “mistete” meine Social-Media-Accounts radikal aus und <strong>entfolgte fast allen Accounts</strong> von Kolleg*innen und Business Coaches (ja, auch denen, deren Inhalte ich großartig fand und die ich sehr schätzte!); und ich <strong>reduzierte den Austausch</strong> mit Kolleg*innen über Business-Themen auf ein absolutes Minimum.</p>



<p>Denn auch, wenn gefühlt alle empfehlen, sich ein Netzwerk aufzubauen und regelmäßig auszutauschen, gilt das meiner Meinung nach nur bedingt. <strong>Nämlich so lange, wie es wirklich ein </strong><strong><em>für beide Seiten</em></strong><strong> fruchtbarer Austausch ist.</strong> Wenn ich hingegen gerade in einer innerlichen Verfassung bin, die es mir nicht erlaubt, zwischen “ist für mich wertvoll” und “passt nicht zu mir” klar zu differenzieren, dann sollte ich mich von solchen Gesprächen fernhalten (bzw. nur ganz gezielt nach Input und Unterstützung fragen) und erst meine innere Sicherheit stärken.</p>



<p>Der wichtigste Schritt hin zu mehr innerer Sicherheit war für mich die nun schon mehrfach angesprochene Reizreduktion. Auszeiten, regelmäßige Pausen, <strong>mich auf “meins” zu konzentrieren und die Ideen umzusetzen, die in mir selbst entstanden</strong> &#8211; statt mich zwischen zu vielen von außen inspirierten Ideen nicht entscheiden zu können und am Ende gar nichts umzusetzen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">3. Nachrichtenkonsum reduzieren</h3>



<p>Genauso wichtig war es für meine innere Sicherheit, möglichst wenig Nachrichten zu konsumieren. Zum Beispiel jährt sich heute leider auch der russische Angriffskrieg auf die Ukraine &#8211; und auch sonst gehen in der Welt erschreckende Dinge vor sich.</p>



<p>Als feinfühliger Mensch muss ich wirklich aufpassen, Negatives nur ganz bewusst und in kleinen Dosen zu konsumieren und ebenso bewusst den Fokus auf Positives zu legen.</p>



<p><strong>Das Nervensystem kann nämlich nicht unterscheiden, ob die Kriegsszene sich gerade nur auf dem Bildschirm abspielt oder wir mittendrin stecken</strong> &#8211; besonders durch Bilder wird es aktiviert, “fährt hoch” und springt in den Kampf-oder-Flucht-Modus oder sogar in den Shutdown.<br>In meinem Fall eher Letzteres, weil dazu noch die Eigenschaft der Feinfühligkeit kommt und mich das Geschehen emotional mitnimmt. Und wenn ich so lahmgelegt werde, ist niemandem geholfen!</p>



<p>Auch hier war also “öfter abschalten” das Mittel der Wahl.</p>



<h3 class="wp-block-heading">4. Nervensystem regulieren</h3>



<p>Darüber hinaus arbeitete ich aktiv mit meinem Nervensystem, und zwar (u. a.) durch…</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" src="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/IMG_2372-edited.jpg?resize=300%2C400&#038;ssl=1" alt="Balsam für das Nervensystem: Der Blick in die Natur - hier sich langsam öffnende Blattknospen" class="wp-image-2518" style="width:300px;height:400px" width="300" height="400" srcset="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/IMG_2372-edited.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/IMG_2372-edited.jpg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Knospen öffnen sich, wenn die Zeit reif ist! Von der Natur können wir sehr viel lernen.</figcaption></figure></div>


<ul class="wp-block-list">
<li>das <strong>Spüren meines Körpers</strong> &#8211; zum Beispiel durch Meditation in Form von “Body Scans”, also Reisen durch meinen Körper, um wahrzunehmen, was gerade los ist.</li>



<li>das Schärfen der <strong>Wahrnehmung meiner körperlichen Grundbedürfnisse</strong>, gerade auch im Alltag &#8211; Hunger, Durst, Müdigkeit, Harndrang sind Alarmsignale für das Nervensystem.</li>



<li>das <strong>Erfüllen meiner Grundbedürfnisse</strong>! Das wird uns leider oft abtrainiert (z. B. in der Schule: “Reiß dich zusammen &#8211; getrunken wird in der Pause!”), ist jedoch der simpelste und grundlegendste Weg, das Nervensystem Sicherheit spüren zu lassen.</li>



<li><strong>Zeit in der Natur</strong> &#8211; beobachten und spüren, wie alles sich in seinem ureigenen Tempo entwickelt und das auch auf mich zutrifft, als Teil der Natur.</li>



<li><strong>regelmäßige Bewegung</strong> &#8211; sei es ein Spaziergang, Yoga, tanzen oder was auch immer mir und meinem Körper gerade gut tut und Glückshormone bringt. <img alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" consent-original-src-_="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f642.png" consent-required="902" consent-by="services" consent-id="903"/></li>



<li><strong>Zeit mit lieben Menschen</strong>, vor allem meinem Mann &#8211; einfach ich selbst sein können und in die <strong>Co-Regulation</strong> zu gehen, wobei die Nervensysteme sich sozusagen verbinden und gegenseitig regulieren.</li>
</ul>



<p>Ein bisschen ausführlicher habe ich über diese und weitere Strategien und Tools in diesen beiden Artikeln berichtet:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://wunderland-coaching.de/november-ohne-blues/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">November ohne Blues &#8211; wie habe ich das geschafft?</a></li>



<li><a href="https://wunderland-coaching.de/jahresrueckblick-2022/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jahresrückblick 2022: Wenn das Leben seine eigenen Pläne hat</a></li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Bin ich zu früh gestartet? &#8211; Jein!</h2>



<p>Der Sprung in die Selbstständigkeit hat mein Nervensystem in höchste Alarmbereitschaft versetzt &#8211; ob ich das nun wahrhaben wollte oder nicht. In dem kapitalistischen System, in dem wir nun mal leben, braucht es finanzielle Ressourcen, um zu überleben. Ohne regelmäßige Einnahmen ist die eigene Existenz bedroht &#8211; und der Job des Nervensystems ist es, diese zu sichern!</p>



<p>Kein Wunder, dass es da Alarm schlägt, oder? <strong>Bei Existenzängsten ist für das Nervensystem Schluss mit lustig.</strong> Da können wir noch so sehr unseren Verstand bemühen und mit Argumenten kommen, dass schon alles gut gehen wird.</p>



<p>Und das trifft &#8211; logischerweise &#8211; besonders dann zu, wenn sich das Nervensystem grundsätzlich in einem (eher) dysregulierten Zustand befindet. <strong>Ein reguliertes Nervensystem</strong>, das eine Bedrohung der Existenz wahrnimmt, <strong>setzt Ressourcen frei, um kreative Lösungen zu finden.</strong> In innerer Sicherheit verankert, ist der temporäre Wegfall äußerer Sicherheiten nicht so tragisch und kann gut ausgeglichen werden.</p>



<p>Ein dysreguliertes Nervensystem jedoch ist dazu nicht in der Lage &#8211; es geht direkt auf Alarmstufe Rot und leitet den Shutdown ein (oder zumindest eine extreme Überaktivierung, die früher oder später ebenfalls im Shutdown endet).</p>



<p><strong>Aus Sicht meines Nervensystems bin ich also tatsächlich zu früh in die Selbstständigkeit gestartet.</strong> Es hätte mir &#8211; bzw. meinem Nervensystem &#8211; besser getan, noch zu warten. Ich hätte z. B. gerne im Sommer 2020 schon meine Coaching-Ausbildung anleiern können &#8211; aber mir mit dem Thema Selbstständigkeit noch Zeit gelassen. Einfach noch ein paar Monate lang in Ruhe mit mir, meinen neu erlernten Coaching-Tools und meiner Therapie verbracht, das Finanzielle mit meiner Familie geklärt und weiter geheilt.</p>



<p><strong>So, wie meine Innenwelt zu dem Zeitpunkt aussah, war das aber nie eine echte Alternative!</strong> Die drohende Existenzgefährdung übertrumpfte alles. Meine Entscheidungen waren nicht mehr von meiner Intuition und meinem “gesunden Verstand” getrieben, sondern von einem Nervensystem im Alarm-Modus und einem “pseudo-rationalen Verstand”, der alten Prägungen, gesellschaftlichen Narrativen und Konditionierungen nachkam.</p>



<p>Und falls du dich jetzt wunderst, ob angesichts der Existenzangst die Jobsuche nicht die einfachste, logischste Alternative gewesen wäre: Ganz klar nein. <strong>Ich war noch so traumatisiert von Jahren der Überanpassung, dass das</strong> (wie oben bereits erwähnt dank des finanziellen Rückhalts meiner Familie) <strong>tatsächlich <em>noch</em> unsicherer erschien.</strong> Übrigens hat sich auch diese Ansicht mittlerweile, mit einem regulierteren Nervensystem, geändert und ich schließe eine erneute Anstellung nicht mehr kategorisch aus!</p>



<p>Heißt das alles jetzt, dass ich meine Entscheidung, mich so früh zu 100 % selbstständig zu machen, bereue?<br>Nein!</p>



<p>Wie gesagt: <strong>Im damaligen Zustand meines Nervensystems war die direkte Selbstständigkeit die bestmögliche Entscheidung.</strong> Ein paar Wochen lang im letzten Jahr habe ich sie zwar infrage gestellt &#8211; allerdings nur, um schnell festzustellen, dass das das Schlimmste ist, was ich tun kann.</p>



<p><strong>Ändern kann ich es ja sowieso nicht mehr, also warum mich damit quälen</strong> und mein Nervensystem im Nachhinein noch mehr damit stressen?</p>



<p><strong>Das einzig Sinnvolle ist doch, mich </strong><strong><em>jetzt</em></strong><strong> bestmöglich um mich zu kümmern.</strong> Mein Nervensystem und seine Signale zu ehren und jetzt, da ich es besser weiß, <em>mit</em> ihm zu arbeiten und es zu stärken. <strong>Um jetzt bessere Entscheidungen zu treffen</strong>, die mich stärken und in die Richtung bringen, in die ich möchte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Vergangenes nicht hinterfragen, sondern daraus lernen</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" src="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/5.png?resize=300%2C375&#038;ssl=1" alt="Ich heute - dankbar und guter Dinge, mit immer regulierterem Nervensystem die Selbstständigkeit gut und gesund managen zu können." class="wp-image-2519" style="width:300px;height:375px" width="300" height="375" srcset="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/5.png?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2023/02/5.png?resize=240%2C300&amp;ssl=1 240w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure></div>


<p>Letzten Endes bin ich trotz aller Zweifel, die mich ab und zu heimsuchen, trotz aller Unsicherheiten und verzweifelter Momente dankbar für die letzten zwei Jahre.</p>



<p>Ich bin dankbar für alles, was ich aus dieser wilden Achterbahnfahrt lernen durfte (oder musste) und freue mich auf alles, was kommt. <strong>Eine Achterbahnfahrt wird es bestimmt bleiben</strong> &#8211; nur nicht mehr ganz so wild, denn <strong>mittlerweile habe ich eine gewisse Baseline</strong>, eine Grund-Sicherheit, <strong>von der aus die Ausschläge nicht mehr ganz so heftig werden.</strong> Anders gesagt: Ich bin mittlerweile guter Dinge, mit immer regulierterem Nervensystem die Selbstständigkeit gut und gesund managen zu können.</p>



<p>Danke, dass du mich auf diesem Weg begleitest!</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" src="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2022/12/Namenszug-Blog.png?resize=270%2C56&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-1898" style="width:270px;height:56px" width="270" height="56" srcset="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2022/12/Namenszug-Blog.png?w=540&amp;ssl=1 540w, https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2022/12/Namenszug-Blog.png?resize=300%2C62&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 270px) 100vw, 270px" /></figure>
<p>Der Beitrag <a href="https://wunderland-coaching.de/nervensystem-selbststaendigkeit/">Achterbahn fürs Nervensystem: 2 Jahre Selbstständigkeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://wunderland-coaching.de">Wunderland Coaching</a>.</p>
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		<title>Ich sehe den Wald wieder! &#8211; Einmal mich selbst vergessen und wieder zurück</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marie-Elisabeth Hirsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Sep 2021 16:18:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[persönliche Weiterentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Wunderland Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Auszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Mission]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zum einjährigen Blog-Geburtstag teile ich diesen Artikel mit dir, in dem es darum geht, wie ich in den letzten Monaten meine Mission aus den Augen verloren und sie kürzlich wiederentdeckt habe.Ich sehe den Wald wieder, nachdem ich ihn lange vor lauter Bäumen nicht mehr sehen konnte! Die Kurzfassung habe ich bereits auf Instagram als “Wunder&#8230;&#160;<a href="https://wunderland-coaching.de/ich-sehe-den-wald-wieder/" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Ich sehe den Wald wieder! &#8211; Einmal mich selbst vergessen und wieder zurück</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://wunderland-coaching.de/ich-sehe-den-wald-wieder/">Ich sehe den Wald wieder! &#8211; Einmal mich selbst vergessen und wieder zurück</a> erschien zuerst auf <a href="https://wunderland-coaching.de">Wunderland Coaching</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Zum einjährigen Blog-Geburtstag teile ich diesen Artikel mit dir, in dem es darum geht, wie ich in den letzten Monaten meine Mission aus den Augen verloren und sie kürzlich wiederentdeckt habe.<br>Ich sehe den Wald wieder, nachdem ich ihn lange vor lauter Bäumen nicht mehr sehen konnte!</p>



<p>Die Kurzfassung habe ich bereits auf Instagram als “<a href="https://www.instagram.com/p/CTMl7CAqTuD" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wunder der Woche</a>” geschildert, aber hier nehme ich dich noch ein bisschen mehr mit in das, was da in mir so passierte.</p>



<p>Damit möchte ich zeigen: <strong>Manchmal braucht es nichts weiter als ein bisschen Abstand und eine ganz unscheinbare Frage, damit etwas Großes ins Rollen kommt.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Offenbarung einer nächtlichen Notiz</strong></h2>



<p>Mitten in der Nacht bzw. am sehr frühen Morgen des 30. August, nach einer Woche kompletter Instagram-Auszeit, schrieb ich Folgendes in meine Notiz-App:</p>



<p>“Juhu, ich sehe den Wald wieder!”</p>



<p>Was eine kurze Notiz sein sollte, wurde zu einem halben Blogartikel &#8211; die Worte flossen nur so aus mir heraus.<br>Aufgrund einer wichtigen Erkenntnis fühlte es sich nämlich an, als würden einige Puzzleteile sich in mir endlich richtig zusammenfügen.</p>



<p>Worum es ging und wie es dazu kam, darüber schreibe ich hier in diesem Artikel.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ups, wieder in die alte Falle getappt&#8230;</strong></h2>



<p>Die Erkenntnis lautete, kurz zusammengefasst: “back to the basics”.</p>



<p>Letztlich gilt das doch für so vieles. Weil wir eine Idee oder einen Gedanken haben, und statt so an sie heranzugehen, wie es für UNS ganz individuell passt, schauen wir nach außen, wie es andere machen &#8211; wie “man” das macht. Um nichts falsch zu machen, um nicht anzuecken, um ja keine &#8211; irgendwo festgehaltenen oder, viel öfter, unausgesprochenen &#8211; Regeln zu verletzen und so weiter.</p>



<p>Genau so ging es mir schon oft in meinem Leben. Und nun eben auch in den ersten Monaten meiner Selbstständigkeit.</p>



<p>Dass ich mich dabei immer weiter von mir selbst entfernte, das konnte mir nur ins Bewusstsein gelangen, weil ich mal eine Woche lang Abstand von all dem nahm, womit ich mich sonst ständig zumindest in Gedanken beschäftigte, 24/7, gewollt und ungewollt.</p>



<p>Ich erlaubte es mir, endlich mal komplett abzuschalten. Kein “Was poste ich als nächstes?”, “Wie formuliere ich das am besten?”, “Wo werde ich sichtbar für meine Traumkund*innen? Und wer sind die überhaupt?”, “Was passt zu meiner Strategie? Ähm, was für eine Strategie ist das eigentlich genau…?” etc. pp.</p>



<p>All diese ständigen Fragen führten dazu, dass das, was ich voller Freude und Enthusiasmus gestartet hatte, sich im Laufe der letzten Monate immer schwerer anfühlte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Magie einer kleinen Frage</strong></h2>



<p>Nach ein paar Tagen Auszeit war es schließlich eine ganz simple kleine Frage &#8211; und meine Antwort darauf -, nach der es mir wie Schuppen von den Augen fiel:</p>



<p>“Ach, du bist jetzt selbstständig? Als Coach? Was machst du da so?”</p>



<p>Meine Antwort lautete ungefähr so: „Ich helfe Menschen, die in einer Situation sind, die von außen ganz toll aussieht &#8211; aber innen fühlt es sich kacke an.”&nbsp; Hinzugefügt habe ich dann noch: “Das kann zum Beispiel im Job sein, aber auch in der Beziehung, in der Familie, so ziemlich überall: Sie haben alles, was sie ‘brauchen’ und sind trotzdem irgendwie unzufrieden, unglücklich und wissen gar nicht, wo sie anfangen sollen. Dann kommt noch das schlechte Gewissen dazu, der Gedanke ‘Ich müsste doch eigentlich glücklich sein, was stimmt denn nicht mit mir?’“</p>



<p>Damit bin ich in meine Coaching-Ausbildung gestartet, damit habe ich meine Selbstständigkeit aufgenommen, damit habe ich meinen Instagram-Kanal begonnen.</p>



<p>Weil nämlich genau das meine eigene Erfahrung war. Weil ich genau in dieser Situation war: Ich hatte alles. Den liebevollen Freund, die schöne neue Wohnung, den guten Master-Abschluss und den flexiblen, gut bezahlten Job. Alles, worauf ich jahrelang hingearbeitet hatte.</p>



<p>Und mir ging es: beschissen.</p>



<p>„Warum kann ich denn nicht einfach mal zufrieden sein? Bin ich zu anspruchsvoll? Lebe ich in einer völlig unrealistischen Traumblase, die niemals wahr werden kann?“</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Aus meiner eigenen Erfahrung schöpfen</strong></h2>



<p>Ich habe gelernt: Nein, ich bin nicht zu anspruchsvoll. Ja, es ist okay, mehr vom Leben zu wollen, mich selbst voll verwirklichen zu wollen, ein Leben führen zu wollen, das ich einfach nur geil finde. Nein, das ist nicht völlig utopisch und unerreichbar. Es ist möglich &#8211; es gibt Menschen, die so leben, also wieso zur Hölle sollte das für mich nicht auch gehen? Ich sehe absolut keinen Grund dafür.</p>



<p>Ich habe mittlerweile schon so viele Schritte in die richtige Richtung unternommen.</p>



<p>Und ja, der Kern des Ganzen IST ein gesundes Selbstwertgefühl. Und ja, um das zu erreichen, BRAUCHTE ich vor allem erstmal ganz viel Bewusstsein über mich selbst, musste selbst die Verantwortung übernehmen, mich überhaupt mal kennenlernen, lernen, mich gut um mich zu kümmern und mir zu vertrauen.</p>



<p>Aber hätte ich damals nach „Selbstwert“ gesucht? <strong>Ha, wenn mir jemand damit gekommen wäre, hätte ich verwirrt geschaut und gefragt „Wat soll‘n dat bitte sein?!“</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was ich vor drei Jahren gebraucht hätte</strong></h2>



<p>Ich habe Antworten auf die Frage gesucht „Ich hab doch alles, warum bin ich trotzdem so unzufrieden und fucking unglücklich? Soll es das jetzt etwa gewesen sein? Soll ich mich jetzt für den Rest meines Lebens so beschissen fühlen?! Da gibt’s doch noch MEHR!“</p>



<p>Lange Rede, kurzer Sinn:</p>



<p>Ich hatte doch von Anfang an den richtigen Riecher.</p>



<p>Und dann habe ich mich verunsichern lassen!</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum ich eine Schritt-für-Schritt-Anleitung suchte</strong></h2>



<p>Da ich dachte &#8211; zum Teil durchaus zurecht &#8211; ich hätte keine Ahnung von Business, Kundengewinnung etc., habe ich im Außen nach Antworten gesucht.</p>



<p>Gefunden habe ich: „Du brauchst eine spitze Positionierung.“ Boah ey, wie sehr mich das eigentlich von Anfang an abgestoßen hat. So einschränkend, so langweilig irgendwie… Und so erniedrigend, denn nein, ich kann es nicht kürzer fassen als oben beschrieben. <strong>Aber ich dachte, ich müsste es.</strong></p>



<p><strong>Ich hatte monatelang das Gefühl, ich sei noch nicht klar genug, nicht „spitz“ genug. Nicht gut genug. Einfach nie genug.</strong> Dass so niemand verstehen würde, was ich genau mache.</p>



<p>Aber hey: Genau das IST es, was ich machen möchte, das, worin ich gut bin &#8211; zu schauen: <strong>Wo stehst du aktuell und wo möchtest du hin?</strong></p>



<p>Leuchtturm und Wegweiserin zu sein, zurück zu dir selbst. Nicht (nur) bei einem ganz konkreten Problem, sondern bei einer eher allgemeinen Unzufriedenheit.<br>Licht ins Dunkel zu bringen, das Chaos zu ordnen und nach und nach herauszufinden: Aha! DA sind die Knackpunkte (und ich spreche hier ganz bewusst von KnackpunktEN) &#8211; und HIER willst du als erstes ansetzen.<br>Mich dann gemeinsam mit dir Schritt für Schritt vorzuarbeiten und gemeinsam dein Funkeln freizulegen.</p>



<p><strong>Und auch dein LEBEN wieder funkeln zu lassen!</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Meine Seelenmission</strong></h2>



<p>Genau dafür bin ich hier. Das ist meine Mission: Zu dem Verständnis beizutragen, dass jeder Mensch einzigartig ist, dass jeder Mensch es verdient hat, das Leben zu leben, das er sich wünscht, dass jeder Mensch es WERT ist. Dass DU es wert bist. Dass es dein gutes Recht ist. Dass es nämlich genau darum im Leben geht. Und dass es nur logisch und völlig legitim ist, bei dir selbst anzufangen. <strong>Dass es nicht darum geht, ständig die Erwartungen anderer zu erfüllen &#8211; sondern endlich mal deine EIGENEN!</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Puzzleteile fügen sich zusammen</strong></h2>



<p>In den letzten Monaten bin ich also mal wieder selbst in diese Falle getappt. Doch zum Glück bin ich schon so weit, dass es mir immerhin schon nach ein paar Monaten auffällt <img alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" consent-original-src-_="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f609.png" consent-required="902" consent-by="services" consent-id="903"/></p>



<p>Die simple Frage, wen und was ich da eigentlich so coache &#8211; und meine Antwort darauf &#8211; hat dazu geführt, dass sich einige Puzzleteile zusammenfügen und ich endlich den Wald wieder sehe!</p>



<p>Die letzten Monate war ich nämlich so sehr mit den Bäumen beschäftigt &#8211; mit tollen Strategien, wie „man“ das so macht (die sicherlich alle ihre Berechtigung haben und für viele funktionieren), oder auch mit ganz individuellen Strategien, die für ANDERE funktionieren -, dass ich den Überblick verloren hatte, den Blick fürs Wesentliche und dafür, was eigentlich wirklich HINTER all den Bäumen steht.</p>



<p>Oder, auf das Puzzle übertragen: Ich hatte mich wie wild auf einzelne Teile konzentriert und dabei das Bild vergessen, das sie am Ende ergeben sollen und das von Anfang an in ihnen steckt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das große Bild</strong></h2>



<p>Dieses große Bild, “the big picture”, lautet:</p>



<p>Ich coache Menschen, die in einer Situation stecken, die von außen ganz toll aussieht, sich innen aber echt mies anfühlt. Ich unterstütze sie dabei, Orientierung zu finden und sich von den Erwartungen anderer freizumachen, um endlich ihr EIGENES Leben zu leben, das sie sich tief im Herzen schon so lange wünschen.</p>



<p>Dieser Weg führt über mehr Selbstbewusstsein &#8211; sich selbst und die eigenen Wünsche und Bedürfnisse (besser) kennenzulernen und die innere Stimme (wieder) wahrzunehmen &#8211; und ganz viel Selbstfürsorge zu Selbstvertrauen und schließlich Selbstwert. Denn das sind die Bestandteile, die es braucht, um den MUT zu fassen, sich das Leben seiner Träume zu erschaffen.</p>



<p><strong>Raus aus der ständigen Anpassung und Schritt für Schritt rein in DEIN Leben &#8211; dein Wunderland eben, das einzig und allein DU nach DEINEN Wünschen und Vorstellungen erschaffst, weil es einzig und allein DIR gehört.</strong></p>



<p>Wenn dich das anspricht, du vielleicht sogar in genau so einer Situation bist, in der du dich gefangen und orientierungslos fühlst &#8211; wenn du wieder zurück zu dir selbst finden und DEIN Leben leben möchtest -, dann schau mal bei meinen <a href="https://wunderland-coaching.de/11-coaching/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Angeboten</a> vorbei oder melde dich direkt bei mir.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zum Schluss: Eine Empfehlung</strong></h2>



<p>In jedem Fall kann ich dir nur wärmstens empfehlen, dir auch mal etwas Abstand zu gönnen. Danach wirst du sicherlich wieder klarer sehen.</p>



<p>Worüber grübelst du gerade zu viel nach?</p>



<p>Was nimmst du aus diesem Artikel mit?</p>



<p><br>Ich freue mich, wenn du deine Gedanken, Erkenntnisse und Fragen in den Kommentaren <img alt="⤵" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" consent-original-src-_="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/2935.png" consent-required="902" consent-by="services" consent-id="903"/>, via <a href="https://www.instagram.com/wunderland_coaching/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Instagram</a> oder per Email mit mir teilst <img alt="♥" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" consent-original-src-_="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/2665.png" consent-required="902" consent-by="services" consent-id="903"/></p>



<p>Herzlich, deine</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" src="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2022/12/Namenszug-Blog.png?resize=270%2C56&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-1898" width="270" height="56" srcset="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2022/12/Namenszug-Blog.png?w=540&amp;ssl=1 540w, https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2022/12/Namenszug-Blog.png?resize=300%2C62&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 270px) 100vw, 270px" /></figure>
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		<title>Wer schreibt und wozu?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marie-Elisabeth Hirsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Sep 2020 09:52:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wunderland Coaching]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schön, dass du hier bist!Sicher willst du jetzt auch wissen, wer hier so schreibt und warum überhaupt. Ich bin Eli (sprich: Elli, nicht Eeli, auch nicht Iilai 🙂 ). Pälzer Mäd, Waldkind, (hoch)sensibel, Blumenmädchen, Multitalent, Bücherwurm, verliebt ins Leben. Darum auch Wunderland: Ich finde unsere Welt so unglaublich schön, kann mich eigentlich den lieben langen&#8230;&#160;<a href="https://wunderland-coaching.de/wer-schreibt/" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Wer schreibt und wozu?</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Schön, dass du hier bist!</strong><br>Sicher willst du jetzt auch wissen, wer hier so schreibt und warum überhaupt.</p>



<p><strong>Ich bin Eli</strong> (sprich: Elli, nicht Eeli, auch nicht Iilai <img alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" consent-original-src-_="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f642.png" consent-required="902" consent-by="services" consent-id="903"/> ). Pälzer Mäd, Waldkind, (hoch)sensibel, Blumenmädchen, Multitalent, Bücherwurm, verliebt ins Leben.</p>



<p>Darum auch <strong>Wunderland</strong>: Ich finde unsere Welt so unglaublich schön, kann mich eigentlich den lieben langen Tag einzig und allein darüber begeistern, was am Leben und an der Welt um mich herum alles wundervoll ist <img alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" consent-original-src-_="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f642.png" consent-required="902" consent-by="services" consent-id="903"/></p>



<p>Wie Alice im Wunderland eben. Oder der Junge aus PURs “Abenteuerland”. Irgendwie anders. Eine Träumerin. Eine kreative Chaotin.</p>



<p>Als Kind habe ich so ca. alle 6 Monate mein Zimmer umgeräumt. Ja, mit Möbelschieben und allem &#8211; einfach nur umdekorieren hätte nicht gereicht. Die Farbe himmelblau durfte aber an der Wand bleiben!</p>



<p>Ich liebe Hunde und wollte schon immer einen Golden Retriever. Wenn ich selbst ein Tier wäre, wäre ich allerdings eine Katze: Den Tag auf der Fensterbank in der Sonne mit Schlafen verbringen, mich zwischendurch mal kraulen und &#8211; ganz wichtig! &#8211; füttern lassen, und wenn’s mir mit der Kuschelei reicht, einfach die Krallen ausfahren. Und natürlich durch die Katzentür kommen und gehen können, wie es mir beliebt. <strong>Ja, das klingt nach einem schönen Leben für mich <img alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" consent-original-src-_="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f642.png" consent-required="902" consent-by="services" consent-id="903"/></strong></p>



<p>Als menschliche “Eule” (soll heißen, Langschläferin/Nachteule und ja, auch Morgenmuffel) hat man’s nämlich irgendwie gar nicht so leicht, wie ich lernen durfte. Mein natürlicher Rhythmus sieht nämlich so aus, dass ich regelmäßig 9 Stunden Schlaf brauche. Es dürfen aber auch gerne mal 11 sein. Weniger geht schon auch mal, aber das muss ich dann schnellstmöglich nachholen. Und vor 11 Uhr vormittags bin ich einfach noch nicht so richtig wach. <strong>Dafür hab ich abends oft nochmal eine super produktive Phase</strong> &#8211; schon meine Mutter habe ich damals zu Schulzeiten wahnsinnig gemacht, weil ich meine Hausaufgaben regelmäßig erst ab 21 Uhr erledigt habe.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-text-align-center"><strong>Und schon sind wir beim “Warum” dieses Blogs angelangt:</strong></h2>



<p>Nämlich meiner Geschichte.</p>



<p>Trotz meiner Eulen-Natur hatte auch ich einen ganz normalen 9-to-5-Job mit 8 Stunden Arbeitszeit und 2 Stunden Pendeln jeden Tag. Home Office nicht so gern gesehen. <strong>Ist doch ganz normal?</strong> In unserer aktuellen Gesellschaft, ja (noch) &#8211; leider. Was das aber mit Menschen macht, die (unter anderem) einen anderen natürlichen Rhythmus haben, das habe ich am eigenen Leib erfahren: Schon nach etwa einem Jahr hat mein Körper mir signalisiert, dass es so nicht mehr lange gut gehen konnte. Ein weiteres Jahr habe ich&#8217;s dann doch noch ausgehalten. Schließlich konnte ich mich doch glücklich schätzen, überhaupt so einen sicheren, gut bezahlten, flexiblen [, insert Pro-Argument here] Job zu haben. Schließlich träumten doch alle von so einer Möglichkeit. <strong>So hörte ich die Stimme der Leistungsgesellschaft immer wieder in mir</strong> und, wenn auch wesentlich seltener, in Form anderer Menschen in meinem Umfeld.</p>



<p>Aber hier mal ein Rechenbeispiel: Nach Adam Riese blieben mir nach 8h Arbeit + 0,5h Pause (übrigens eh viel zu wenig) + 2h Pendeln = ca. 10,5 h + 9h Schlaf, die ich benötigt hätte, noch 4,5 Stunden am Tag zur freien Verfügung, plus Wochenende. <strong>Klingt doch eigentlich nach genug Zeit</strong> für Hobbies, Freunde, Kochen, Essen, Haushalt usw.? Naja. Für manche vielleicht, für mich definitiv nicht. Eine Weile gehörte ich auch zu den Menschen, die morgens aus dem Bett springen, schnell die Zähne putzen und dann direkt in den Tag starten (schlechte Idee Nr. 1). Dass mir das nicht gut tat, merkte ich aber ganz schnell. Also nahm ich mir so ca. anderthalb Stunden Vorlauf, bevor die Bahn fuhr, um erstmal wach zu werden, mich fertig zu machen, meinen Kram zu richten etc. Blieben also ca. 3 Stunden nach Feierabend. Kochen, essen, eine halbe Stunde für&#8217;s Bad am Abend, schon war nur noch knapp eine Stunde übrig. Nein, jeden Abend was bestellen war keine Option &#8211; also wurde der Schlaf minimiert (schlechte Idee Nr. 2). Und in den restlichen 1-2 Stunden war ich in aller Regel so kaputt, dass ich zu nichts mehr fähig war. Zuletzt hatte ich kaum noch Lust, mit meinem Freund überhaupt zu reden &#8211; und wenn, hab ich ihn eh meistens nur angepampt. Typischerweise verbrachten wir die Zeit dann vor dem Fernseher (schlechte Idee Nr. 3). Klar hatten wir auch noch Spaß zusammen, aber meine Energielosigkeit und vor allem schlechte Laune belastete die Beziehung doch zunehmend.</p>



<figure class="wp-block-gallery aligncenter has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="392" height="523" data-id="121" src="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2020/09/img-20180402-wa0002.jpg?resize=392%2C523&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-121" srcset="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2020/09/img-20180402-wa0002.jpg?w=392&amp;ssl=1 392w, https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2020/09/img-20180402-wa0002.jpg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w" sizes="auto, (max-width: 392px) 100vw, 392px" /><figcaption class="wp-element-caption">März 2018, zerzaust auf einer Fähre in Dänemark</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" data-id="122" src="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2020/09/img-20190818-wa0074.jpg?w=1200&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-122"/><figcaption class="wp-element-caption">August 2019 an der Ostsee</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="767" height="1024" data-id="250" src="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2020/09/img_20200117_145209_1-e1599771047881-767x1024.jpg?resize=767%2C1024&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-250" srcset="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2020/09/img_20200117_145209_1-e1599771047881-scaled.jpg?resize=767%2C1024&amp;ssl=1 767w, https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2020/09/img_20200117_145209_1-e1599771047881-scaled.jpg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w, https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2020/09/img_20200117_145209_1-e1599771047881-scaled.jpg?resize=768%2C1025&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2020/09/img_20200117_145209_1-e1599771047881-scaled.jpg?resize=1150%2C1536&amp;ssl=1 1150w, https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2020/09/img_20200117_145209_1-e1599771047881-scaled.jpg?resize=1534%2C2048&amp;ssl=1 1534w, https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2020/09/img_20200117_145209_1-e1599771047881-scaled.jpg?resize=1568%2C2094&amp;ssl=1 1568w, https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2020/09/img_20200117_145209_1-e1599771047881-scaled.jpg?w=1917&amp;ssl=1 1917w" sizes="auto, (max-width: 767px) 100vw, 767px" /><figcaption class="wp-element-caption">Januar 2020 im Büro</figcaption></figure>


<figcaption class="blocks-gallery-caption wp-element-caption">Wenn ich Bilder aus den letzten Jahren anschaue, sehe ich vor allem eins: müde aus, abgeschlagen, mit einem doch eher gezwungenen Lächeln&#8230; Finde ich jedenfalls. Oder kommt es mir nur so vor, weil ich mich daran erinnere, dass ich mich damals quasi permanent so gefühlt habe?<br>Spaß hatte ich schon noch und schöne Momente, aber gefühlt war alles hinter einem dicken Nebel aus Erschöpfung versteckt.</figcaption></figure>



<p>Und bald wurde mir klar: <strong>SO möchte ich NICHT leben!</strong> Denn “leben” konnte man das meiner Meinung nach beim besten Willen nicht mehr nennen.</p>



<p>Aber nochmal: Tja, das ist die Realität des Lebens, spiegelte mir die Stimme der Gesellschaft. <strong>Das Leben ist nun mal kein Ponyhof</strong>, Arbeit ist hart, du musst halt auch endlich mal erwachsen werden, bla bla bla.</p>



<p>Was darin resultierte, dass ich mich ständig und ernsthaft gefragt habe: <strong>“Was zur Hölle stimmt denn nicht mit mir?”</strong> Warum konnte ich nicht einfach glücklich sein, wenn ich doch offenbar in so einer beneidenswerten Situation war? Warum fühlte ich mich so fehl am Platz, wenn ich doch genau da war, worauf ich in 12 Semestern Studium hingearbeitet hatte? Warum war ich ständig müde, erschöpft, ausgelaugt, zu nichts mehr fähig, wenn es doch alle anderen auch hinbekamen (oft mit noch mehr Wochenstunden)?</p>



<p><strong>Mein Wunderland-Sinn war mir abhanden gekommen.</strong> Plötzlich war ich eine dieser Griesgrame, die ich vor ein paar Jahren morgens in der Bahn noch müde belächelt hatte. Ich kam mir vor wie einer der grauen Männer aus Momo!</p>



<p>Zum Glück wurde mir irgendwann klar, dass ich Äpfel mit Birnen verglich. Dass eben <em>nicht</em> ALLE von so einem Job träumen, dass <em>nicht</em> ALLE mit 60 Wochenstunden und 5 Stunden Schlaf trotzdem am Wochenende noch feiern gehen, Häuser bauen, sich ständig mit Freunden treffen, Sport machen, etc. pp.</p>



<p>Dass es sehr wohl sehr viele Menschen gibt, die andere Modelle fahren, weil sie &#8211; genau wie ich &#8211; mit der “gesellschaftlich anerkannten Norm” nicht mithalten können, wollen und müssen. Solche Geschichten, Modelle, Lebensweisen sog ich fortan nur so auf und begann, mich sehr intensiv &#8211; zum ersten Mal in meinem Leben &#8211; mit meinen <em>eigenen</em> Wünschen, Zielen und Bedürfnissen auseinanderzusetzen. <strong>Denn bisher hatte ich mich immer treiben lassen, Gelegenheiten erkannt und ergriffen, ohne mal auf meinen eigenen Kompass, meine eigene Schatzkarte zu schauen.</strong> Zu dem Zeitpunkt war mir das zwar nicht klar &#8211; aber so folgte ich eben Zielen und Anforderungen, die ich für meine eigenen hielt, die das jedoch gar nicht waren. So sehr hatte ich sie verinnerlicht.</p>



<p>Irgendwann Anfang 2019 wurde mir das dann aber immer klarer. Und als das optimistische Glückskind, das ich nun mal bin, war ich auch schnell überzeugt: <strong>Wenn andere es schaffen, nach ihren eigenen Maßstäben zu leben, dann kann ich das auch!</strong></p>



<p>Also fasste ich meinen Mut zusammen und fing an, darüber zu sprechen. Ich mache immer viel mit mir selbst aus und so war es auch hier. Aber nach und nach merkte ich, wie viel neue Energie mir diese Themen gaben, die mich so begeisterten, und musste einfach darüber sprechen. Mitte 2019 war dann auch der Moment gekommen, mit meinem Chef darüber zu reden. <strong>Wir führten in der zweiten Jahreshälfte so einige Gespräche &#8211; darüber, wie es mir ging und dass ich dringend eine Veränderung brauchte.</strong></p>



<p>An dieser Stelle gibt es einen Punkt, der mir ganz wichtig ist, zu erwähnen: <strong>ich holte mir Hilfe und machte mich selbst zur Priorität.</strong> Mit Physiotherapie ging es los, und damit, an diesen Tagen dann von zu Hause aus zu arbeiten. Mit dieser Tatsache habe ich meinen Chef einfach konfrontiert und siehe da &#8211; volle Akzeptanz. Und schließlich kümmerte ich mich auch um einen Psychotherapie-Platz. Im Oktober 2019 war ich zum Erstgespräch bei einem Institut, welches mir dann auch den Therapiebedarf bescheinigte &#8211; auf den Beginn musste ich noch 3 Monate warten, aber schon alleine das Wissen, dass ich ab Januar professionelle Unterstützung haben würde, war Gold wert.</p>



<p>Meinen Job versuchten wir so hinzudrehen, dass er für mich passen würde. An einem Freitag im November war es dann soweit, dass mein Chef mir ein Angebot machte, zu dem mein Verstand sofort Ja sagte &#8211; und mein Mund leider auch&#8230; Resultat: <strong>Das ganze Wochenende lang Bauchschmerzen.</strong> Die Redewendung gibt&#8217;s nicht umsonst. Mir wurde klar, dass alles Drehen und Wenden und Schrauben am Job nur ein Rumdoktern an den Symptomen wäre. Ich wollte aber an die Wurzel des Übels! Darum fasste ich nochmal meinen ganzen Mut zusammen und zog meine Zusage am folgenden Montag zurück. Meine Kündigung reichte ich dann am Freitag, den 13. Dezember 2019 ein. Ein absoluter Glückstag <img alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" consent-original-src-_="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f642.png" consent-required="902" consent-by="services" consent-id="903"/></p>



<p>Bis Ende Januar arbeitete ich noch in dem Job, brachte alles gut zu Ende. Ein stressiger Monat, den ich auch nur überstand, weil ich wusste, danach wäre Pause: <strong>Eine Alternative, einen neuen Job, hatte ich nicht.</strong> Und zwar ganz bewusst. Dieses befreiende Gefühl am Abend des Freitag, 31. Januar 2020 werde ich wohl nie vergessen. Ein Befreiungsschlag!</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-right is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Spring und das Netz wird erscheinen.&#8220;</p>
<cite>Aus Folge #57 des Podcasts &#8222;Glück in Worten&#8220; von Claudia Engel</cite></blockquote>



<p>Seit Februar 2020 befinde ich mich nun also in meiner &#8211; wie ich es gerne nenne &#8211; kreativen Auszeit. Ich habe in diesen Monaten so viel gelernt, wieder zurück zu mir gefunden, mich wieder mit meinem Körper und meiner Intuition angefreundet, ganz genau hingehört und vor allem <em>-gespürt</em>. <strong>Ich entdeckte mein Wunderland endlich wieder.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading has-text-align-center">Darum geht’s</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" src="https://i0.wp.com/wunderland-coaching.de/wp-content/uploads/2020/09/img_20200907_155323_2a.jpg?resize=274%2C366&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-124" style="width:274px;height:366px" width="274" height="366"/><figcaption class="wp-element-caption">That&#8217;s me today <img alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" consent-original-src-_="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f642.png" consent-required="902" consent-by="services" consent-id="903"/> (Foto September 2020)<br>Müde? Klar, bin ich immer noch oft. Aber ich fühle mich so viel besser!<br>Und ich finde, das sieht man mir auch an. Selbst auf so unprofessionellen Bildern wie diesem <img alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" consent-original-src-_="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f609.png" consent-required="902" consent-by="services" consent-id="903"/></figcaption></figure></div>


<p>Jetzt erobere ich es Stück für Stück zurück und stoße sogar immer mal wieder in ganz neue, unbekannte Ecken vor. Und darüber schreibe ich hier. <strong>Was ich gelernt habe und tagein, tagaus weiter lerne</strong>, wie ich aus Burnout und Depression Schritt für Schritt rauswachse, wie ich mein Leben wieder selbst in die Hand nehme. Was ich brauche, wie ich für mich sorgen kann, was mir Energie gibt, wie ich mein Leben leben möchte und wozu ich entschieden Nein sagen will oder sogar muss. Und noch so viel mehr.</p>



<p>Eine der größten, besten und heilsamsten Erkenntnisse, die ich auf dieser Reise bisher hatte, lautet: <strong>Ich bin nicht alleine.</strong> Das, was mich beschäftigt, beschäftigt mit ziemlich großer Sicherheit auch andere. Das, was mir hilft, kann demnach auch mit ziemlich großer Sicherheit auch anderen helfen.</p>



<p>Ich bin davon überzeugt, dass ganz viele Menschen da draußen sich zumindest ab und zu mal, einige auch sehr oft, fragen “Was stimmt nicht mit mir?” &#8211; meine Antwort: Gar nichts! <strong>Du bist absolut okay!</strong> Und noch viel besser: Du bist &#8211; in aller Regel &#8211; <em>nicht</em> hilflos ausgeliefert. Du <em>kannst</em> dein Leben selbst in die Hand nehmen.</p>



<p><strong>Und dabei nehme wiederum ich dich gerne an die Hand</strong>.</p>



<p>Ich freue mich, dass du mich auf meiner Reise begleitest. Ich freue mich darauf, mit dir zu teilen, was mich beschäftigt, womit ich auch mal kämpfe, und was mir hilft, in diesem Lebens-Abenteuer mit all seinen Bergen und Tälern, Irrgärten, Nebelfeldern und Holzwegen, aber auch Regenbögen und vor allem den kleinen und großen Wundern zurechtzukommen. Und ich freue mich, wenn ich dich damit ermutigen, inspirieren und/oder unterstützen kann. Lass mich gerne in den Kommentaren wissen, was dich besonders interessiert, oder schreib mir eine Nachricht.</p>



<p><strong>Schön, dass du hier bist!</strong></p>
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