Wer schreibt und wozu?

Schön, dass du hier bist!

Sicher willst du jetzt auch wissen, wer hier so schreibt und warum überhaupt.

Ich bin Eli (sprich: Elli, nicht Eeli, auch nicht Iilai 🙂 ). Pälzer Mäd, Waldkind, (hoch)sensibel, Blumenmädchen, Multitalent, Bücherwurm, verliebt ins Leben.

Darum auch Wunderland: Ich finde unsere Welt so unglaublich schön, kann mich eigentlich den lieben langen Tag einzig und allein darüber begeistern, was am Leben und an der Welt um mich herum alles wundervoll ist 🙂

Wie Alice im Wunderland eben. Oder der Junge aus PURs “Abenteuerland”. Irgendwie anders. Eine Träumerin. Eine kreative Chaotin.

Als Kind habe ich so ca. alle 6 Monate mein Zimmer umgeräumt. Ja, mit Möbelschieben und allem – einfach nur umdekorieren hätte nicht gereicht. Die Farbe himmelblau durfte aber an der Wand bleiben!

Ich liebe Hunde und wollte schon immer einen Golden Retriever. Wenn ich selbst ein Tier wäre, wäre ich allerdings eine Katze: Den Tag auf der Fensterbank in der Sonne mit Schlafen verbringen, mich zwischendurch mal kraulen und – ganz wichtig! – füttern lassen, und wenn’s mir mit der Kuschelei reicht, einfach die Krallen ausfahren. Und natürlich durch die Katzentür kommen und gehen können, wie es mir beliebt. Ja, das klingt nach einem schönen Leben für mich 🙂

Als menschliche “Eule” (soll heißen, Langschläferin/Nachteule und ja, auch Morgenmuffel) hat man’s nämlich irgendwie gar nicht so leicht, wie ich lernen durfte. Mein natürlicher Rhythmus sieht nämlich so aus, dass ich regelmäßig 9 Stunden Schlaf brauche. Es dürfen aber auch gerne mal 11 sein. Weniger geht schon auch mal, aber das muss ich dann schnellstmöglich nachholen. Und vor 11 Uhr vormittags bin ich einfach noch nicht so richtig wach. Dafür hab ich abends oft nochmal eine super produktive Phase – schon meine Mutter habe ich damals zu Schulzeiten wahnsinnig gemacht, weil ich meine Hausaufgaben regelmäßig erst ab 21 Uhr erledigt habe.

Und schon sind wir beim “Warum” dieses Blogs angelangt:

Nämlich meiner Geschichte.

Trotz meiner Eulen-Natur hatte auch ich einen ganz normalen 9-to-5-Job mit 8 Stunden Arbeitszeit und 2 Stunden Pendeln jeden Tag. Home Office nicht so gern gesehen. Ist doch ganz normal? In unserer aktuellen Gesellschaft, ja (noch) – leider. Was das aber mit Menschen macht, die (unter anderem) einen anderen natürlichen Rhythmus haben, das habe ich am eigenen Leib erfahren: Schon nach etwa einem Jahr hat mein Körper mir signalisiert, dass es so nicht mehr lange gut gehen konnte. Ein weiteres Jahr habe ich’s dann doch noch ausgehalten. Schließlich konnte ich mich doch glücklich schätzen, überhaupt so einen sicheren, gut bezahlten, flexiblen [, insert Pro-Argument here] Job zu haben. Schließlich träumten doch alle von so einer Möglichkeit. So hörte ich die Stimme der Leistungsgesellschaft immer wieder in mir und, wenn auch wesentlich seltener, in Form anderer Menschen in meinem Umfeld.

Aber hier mal ein Rechenbeispiel: Nach Adam Riese blieben mir nach 8h Arbeit + 0,5h Pause (übrigens eh viel zu wenig) + 2h Pendeln = ca. 10,5 h + 9h Schlaf, die ich benötigt hätte, noch 4,5 Stunden am Tag zur freien Verfügung, plus Wochenende. Klingt doch eigentlich nach genug Zeit für Hobbies, Freunde, Kochen, Essen, Haushalt usw.? Naja. Für manche vielleicht, für mich definitiv nicht. Eine Weile gehörte ich auch zu den Menschen, die morgens aus dem Bett springen, schnell die Zähne putzen und dann direkt in den Tag starten (schlechte Idee Nr. 1). Dass mir das nicht gut tat, merkte ich aber ganz schnell. Also nahm ich mir so ca. anderthalb Stunden Vorlauf, bevor die Bahn fuhr, um erstmal wach zu werden, mich fertig zu machen, meinen Kram zu richten etc. Blieben also ca. 3 Stunden nach Feierabend. Kochen, essen, eine halbe Stunde für’s Bad am Abend, schon war nur noch knapp eine Stunde übrig. Nein, jeden Abend was bestellen war keine Option – also wurde der Schlaf minimiert (schlechte Idee Nr. 2). Und in den restlichen 1-2 Stunden war ich in aller Regel so kaputt, dass ich zu nichts mehr fähig war. Zuletzt hatte ich kaum noch Lust, mit meinem Freund überhaupt zu reden – und wenn, hab ich ihn eh meistens nur angepampt. Typischerweise verbrachten wir die Zeit dann vor dem Fernseher (schlechte Idee Nr. 3). Klar hatten wir auch noch Spaß zusammen, aber meine Energielosigkeit und vor allem schlechte Laune belastete die Beziehung doch zunehmend.

Und bald wurde mir klar: SO möchte ich NICHT leben! Denn “leben” konnte man das meiner Meinung nach beim besten Willen nicht mehr nennen.

Aber nochmal: Tja, das ist die Realität des Lebens, spiegelte mir die Stimme der Gesellschaft. Das Leben ist nun mal kein Ponyhof, Arbeit ist hart, du musst halt auch endlich mal erwachsen werden, bla bla bla.

Was darin resultierte, dass ich mich ständig und ernsthaft gefragt habe: “Was zur Hölle stimmt denn nicht mit mir?” Warum konnte ich nicht einfach glücklich sein, wenn ich doch offenbar in so einer beneidenswerten Situation war? Warum fühlte ich mich so fehl am Platz, wenn ich doch genau da war, worauf ich in 12 Semestern Studium hingearbeitet hatte? Warum war ich ständig müde, erschöpft, ausgelaugt, zu nichts mehr fähig, wenn es doch alle anderen auch hinbekamen (oft mit noch mehr Wochenstunden)?

Mein Wunderland-Sinn war mir abhanden gekommen. Plötzlich war ich eine dieser Griesgrame, die ich vor ein paar Jahren morgens in der Bahn noch müde belächelt hatte. Ich kam mir vor wie einer der grauen Männer aus Momo!

Zum Glück wurde mir irgendwann klar, dass ich Äpfel mit Birnen verglich. Dass eben nicht ALLE von so einem Job träumen, dass nicht ALLE mit 60 Wochenstunden und 5 Stunden Schlaf trotzdem am Wochenende noch feiern gehen, Häuser bauen, sich ständig mit Freunden treffen, Sport machen, etc. pp.

Dass es sehr wohl sehr viele Menschen gibt, die andere Modelle fahren, weil sie – genau wie ich – mit der “gesellschaftlich anerkannten Norm” nicht mithalten können, wollen und müssen. Solche Geschichten, Modelle, Lebensweisen sog ich fortan nur so auf und begann, mich sehr intensiv – zum ersten Mal in meinem Leben – mit meinen eigenen Wünschen, Zielen und Bedürfnissen auseinanderzusetzen. Denn bisher hatte ich mich immer treiben lassen, Gelegenheiten erkannt und ergriffen, ohne mal auf meinen eigenen Kompass, meine eigene Schatzkarte zu schauen. Zu dem Zeitpunkt war mir das zwar nicht klar – aber so folgte ich eben Zielen und Anforderungen, die ich für meine eigenen hielt, die das jedoch gar nicht waren. So sehr hatte ich sie verinnerlicht.

Irgendwann Anfang 2019 wurde mir das dann aber immer klarer. Und als das optimistische Glückskind, das ich nun mal bin, war ich auch schnell überzeugt: Wenn andere es schaffen, nach ihren eigenen Maßstäben zu leben, dann kann ich das auch!

Also fasste ich meinen Mut zusammen und fing an, darüber zu sprechen. Ich mache immer viel mit mir selbst aus und so war es auch hier. Aber nach und nach merkte ich, wie viel neue Energie mir diese Themen gaben, die mich so begeisterten, und musste einfach darüber sprechen. Mitte 2019 war dann auch der Moment gekommen, mit meinem Chef darüber zu reden. Wir führten in der zweiten Jahreshälfte so einige Gespräche – darüber, wie es mir ging und dass ich dringend eine Veränderung brauchte.

An dieser Stelle gibt es einen Punkt, der mir ganz wichtig ist, zu erwähnen: ich holte mir Hilfe und machte mich selbst zur Priorität. Mit Physiotherapie ging es los, und damit, an diesen Tagen dann von zu Hause aus zu arbeiten. Mit dieser Tatsache habe ich meinen Chef einfach konfrontiert und siehe da – volle Akzeptanz. Und schließlich kümmerte ich mich auch um einen Psychotherapie-Platz. Im Oktober 2019 war ich zum Erstgespräch bei einem Institut, welches mir dann auch den Therapiebedarf bescheinigte – auf den Beginn musste ich noch 3 Monate warten, aber schon alleine das Wissen, dass ich ab Januar professionelle Unterstützung haben würde, war Gold wert.

Meinen Job versuchten wir so hinzudrehen, dass er für mich passen würde. An einem Freitag im November war es dann soweit, dass mein Chef mir ein Angebot machte, zu dem mein Verstand sofort Ja sagte – und mein Mund leider auch… Resultat: Das ganze Wochenende lang Bauchschmerzen. Die Redewendung gibt’s nicht umsonst. Mir wurde klar, dass alles Drehen und Wenden und Schrauben am Job nur ein Rumdoktern an den Symptomen wäre. Ich wollte aber an die Wurzel des Übels! Darum fasste ich nochmal meinen ganzen Mut zusammen und zog meine Zusage am folgenden Montag zurück. Meine Kündigung reichte ich dann am Freitag, den 13. Dezember 2019 ein. Ein absoluter Glückstag 🙂

Bis Ende Januar arbeitete ich noch in dem Job, brachte alles gut zu Ende. Ein stressiger Monat, den ich auch nur überstand, weil ich wusste, danach wäre Pause: Eine Alternative, einen neuen Job, hatte ich nicht. Und zwar ganz bewusst. Dieses befreiende Gefühl am Abend des Freitag, 31. Januar 2020 werde ich wohl nie vergessen. Ein Befreiungsschlag!

„Spring und das Netz wird erscheinen.“

Aus Folge #57 des Podcasts „Glück in Worten“ von Claudia Engel

Seit Februar 2020 befinde ich mich nun also in meiner – wie ich es gerne nenne – kreativen Auszeit. Ich habe in diesen Monaten so viel gelernt, wieder zurück zu mir gefunden, mich wieder mit meinem Körper und meiner Intuition angefreundet, ganz genau hingehört und vor allem -gespürt. Ich entdeckte mein Wunderland endlich wieder.

Darum geht’s

That’s me today 🙂 (Foto September 2020)
Müde? Klar, bin ich immer noch oft. Aber ich fühle mich so viel besser!
Und ich finde, das sieht man mir auch an. Selbst auf so unprofessionellen Bildern wie diesem 😉

Jetzt erobere ich es Stück für Stück zurück und stoße sogar immer mal wieder in ganz neue, unbekannte Ecken vor. Und darüber schreibe ich hier. Was ich gelernt habe und tagein, tagaus weiter lerne, wie ich aus Burnout und Depression Schritt für Schritt rauswachse, wie ich mein Leben wieder selbst in die Hand nehme. Was ich brauche, wie ich für mich sorgen kann, was mir Energie gibt, wie ich mein Leben leben möchte und wozu ich entschieden Nein sagen will oder sogar muss. Und noch so viel mehr.

Eine der größten, besten und heilsamsten Erkenntnisse, die ich auf dieser Reise bisher hatte, lautet: Ich bin nicht alleine. Das, was mich beschäftigt, beschäftigt mit ziemlich großer Sicherheit auch andere. Das, was mir hilft, kann demnach auch mit ziemlich großer Sicherheit auch anderen helfen.

Ich bin davon überzeugt, dass ganz viele Menschen da draußen sich zumindest ab und zu mal, einige auch sehr oft, fragen “Was stimmt nicht mit mir?” – meine Antwort: Gar nichts! Du bist absolut okay! Und noch viel besser: Du bist – in aller Regel – nicht hilflos ausgeliefert. Du kannst dein Leben selbst in die Hand nehmen.

Und dabei nehme wiederum ich dich gerne an die Hand.

Ich freue mich, dass du mich auf meiner Reise begleitest. Ich freue mich darauf, mit dir zu teilen, was mich beschäftigt, womit ich auch mal kämpfe, und was mir hilft, in diesem Lebens-Abenteuer mit all seinen Bergen und Tälern, Irrgärten, Nebelfeldern und Holzwegen, aber auch Regenbögen und vor allem den kleinen und großen Wundern zurechtzukommen. Und ich freue mich, wenn ich dich damit ermutigen, inspirieren und/oder unterstützen kann. Lass mich gerne in den Kommentaren wissen, was dich besonders interessiert, oder schreib mir eine Nachricht.

Schön, dass du hier bist!

15 Gedanken zu „Wer schreibt und wozu?“

  1. Pingback: Meine Werte – Eli im Wunderland

  2. Liebe Eli,
    das hast Du wunderbar in Worte gepackt, Du kannst sehr gut schreiben und es macht richtig Freude hier zu stöbern. Danke! 😃 Lieben Dank für Deine Offenheit, für‘s Teilen.
    Auch Hut ab für Deinen Mut, zu springen!! Das einzig Richtige! 🙌🏻
    Ich wünschte, ich könnte es auch…. denn Deine Worte könnten meine sein. Aber leider bin ich nicht mutig genug und auch (noch) nicht bereit, das finanzielle Nirvana zu akzeptieren. Aber Deine Worte helfen, zu erkennen, dass man nicht alleine ist. Dass auch andere ähnliche Erfahrungen machen. Und Wege finden.
    Ich wünsche Dir Freude, Mut, Kraft & Energie und Zuversicht auf Deinem weiteren Weg und viel Erfolg für Deinen neuen Job!😉🙂🍀
    Alles Gute und liebe Grüße, Dee

    1. Hallo Dee,
      tausend Dank für dieses tolle Feedback, ich bin ganz sprachlos!
      Es freut mich, dass ich dir mit meiner Geschichte zeigen kann, dass du nicht alleine bist. Nee, das denken wir so oft und dabei gibt es meistens soooo viele Menschen, die die gleichen oder ähnliche Situationen auch erlebt – und gemeistert! – haben 🙂
      Genau darum geht’s mir hier ja. Denn das war auch für mich die erste große und wichtige Erkenntnis und tut immer noch und immer wieder so gut 🙂
      Ich danke dir vielmals für die guten Wünsche und freue mich natürlich sehr, wenn du bei den nächsten Artikeln hier wieder reinschaust 🙂
      Und auch dir wünsche ich alles Gute auf deinem weiteren Weg – und vor allem, dass du deinen ganz eigenen Weg findest und dazu den Mut, ihn zu gehen. Nicht jede*r muss ja gleich den Job kündigen und ins Nichts springen 😉 da gibt es für jede*n Einzelne*n den richtigen Weg.
      Herzliche Grüße und alles Liebe!
      Eli

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