Urlaub alleine? Ja, bitte! – Teil 2 –

Im August war ich – zum ersten Mal in dieser Form – ganz alleine im Urlaub.

Welche Gedanken und Zweifel mich vor dem Urlaub so beschäftigt haben und wieso die Anreise sich etwas holprig gestaltet hat, liest du in Teil 1.

In Teil 2 geht es um die letzte Etappe meiner Anreise und vor allem darum, wie ich die ganze Woche alleine so erlebt habe. Dafür, dass ich gar nicht viel getan habe, gibt es nämlich doch überraschend viel zu berichten!

Also, wo waren wir stehen geblieben?

Richtig: Nach meinem abenteuerlichen Aufenthalt in Himmelreich (kaum zu glauben, was man alles erleben kann in anderthalb Stunden!) sollte es endlich weitergehen.

Land in Sicht

Während ich noch kurz mit meiner Heldin des Tages redete, kam der Schienenersatzverkehr zurück und zeitgleich fuhr eine Bahn ein, die dann auch wieder wie gewohnt weiterfahren sollte. Ich entschied mich für die Bahn, um einfach gemütlich sitzen bleiben zu können – denn was würde schon ein bisschen mehr Verspätung ausmachen?

Also setzte ich mich erleichtert auf einen freien Platz und kramte direkt wieder meine Kopfhörer raus, um den Trubel um mich herum etwas abzudämpfen.

Leider vollbringen auch Noise Canceling-Kopfhörer keine Wunder und ich bekomme immer noch das meiste drumherum mit. In diesem Fall war das aber gar nicht so schlimm – was um mich los war, hatte was von Real Life-Satire… Ständig stiegen Leute ein, suchten hektisch nach einem Platz, um kurz darauf wieder überstürzt rauszuhechten, nachdem die Bahnangestellten durchs Abteil gelaufen waren und nochmal laut und deutlich verkündet hatten, in welche Richtung diese Bahn fahren sollte. Das machten sie ein paar Mal, und jedes Mal wiederholte sich das Schauspiel.

Ja, irgendwie fies, sich darüber lustig zu machen… eigentlich zeigt das einfach nur ganz gut, was bei Stress und Überforderung passieren kann: Wir verlieren den Kopf, handeln unüberlegt und überstürzt und übersehen wichtige Details – wie zum Beispiel die Information, dass diese Bahn Richtung Seebrugg fahren sollte, nicht Richtung Freiburg. Stand ja auch nur fett am Bahnsteig, an jedem Einstieg der Bahn und in jedem Abteil auf der Anzeige, kann man schon mal übersehen 😉 Ich fand’s jedenfalls schon ein bisschen lustig.

Wir standen noch eine Weile am Bahnhof in Himmelreich, bevor es endlich losging. Hätte man sich jetzt auch wieder drüber aufregen können, aber ich war ehrlich gesagt schon ganz zufrieden damit, im Trockenen auf einem bequemen Sitz zu sitzen und sicher zu sein, dass ich schon irgendwann heute noch am Ziel ankommen würde.

Und das tat ich – und zwar pünktlich zum Abendessen. Nachdem ich am Zielbahnhof angekommen war, wurde ich nämlich nach kurzer Wartezeit im Warmen in mein Hotel gefahren, das in einem idyllischen kleinen Ort eine Viertelstunde vom nächsten Bahnhof entfernt lag (bei sowas kommen glatt Heimatgefühle bei mir auf).

Angekommen

Ich war jedenfalls heilfroh, endlich da zu sein. Zog erstmal meine klamme Regenjacke aus und gönnte mir eine wohltuende warme Dusche, bevor ich zum Abendessen ging.

Ich wurde zu meinem Tisch geführt – ein kleiner Tisch für mich alleine, der quasi mitten im Raum stand. Also gut. Die einzige Alleinreisende war ich nicht, zwei weitere Tische waren auch mit nur einer Person besetzt, die anderen beide mit Paaren. Der Genuss konnte jedenfalls losgehen 🙂

Ein Blick in die Karte erstaunte mich als Pälzer Mäd dann etwas: Beim Wein hatte ich die Wahl zwischen 0,1 Liter (was ist das denn überhaupt für eine Maßeinheit?!) für 3,50€, 0,2 Litern für um die 7€ und einer Flasche für weiß nicht wie viel. Puh! Im Nachhinein wurde mir zwar auch schon gesagt, dass das einigermaßen normale Preise seien, aber ganz ehrlich: nicht da, wo ich herkomme 😀

Ich gönnte mir zur Feier des Tages und der überstandenen Reise dann aber doch ein kleines Gläschen und läutete damit den Urlaub ein. Für meine Trinkgewohnheiten absolut ausreichend. Und nach dem Tag sowieso 😉

Das Essen war super lecker. Ich hatte für die ganze Woche das basisch-vegetarische „Vitalmenü“ bestellt. Bei der Buchung hatte ich außerdem die Option „vegane Verpflegung“ angekreuzt, um mich inspirieren zu lassen. Denn ja, veganes Essen kann verdammt lecker sein, wenn man es richtig macht, und nein, es braucht kein Fleisch, um groß und stark zu werden 😉
(Disclaimer: Ich ernähre mich nicht vegan, nicht mal rein vegetarisch. Ich esse ab und zu noch Fleisch, phasenweise mehr, phasenweise auch gar keins. Ich mache das intuitiv, merke aber grundsätzlich, dass es mir nach den „gängigen“ Fleischgerichten gar nicht mal so gut geht. Von ethischen und Umweltaspekten mal ganz abgesehen, aber das soll nicht Thema dieses Artikels werden.)

An sich fühlte ich mich ganz wohl an meinem kleinen Tischchen. Seltsam wurde es erst, als die Gäste, die in meinem Blickfeld saßen, sich verabschiedeten und alle Gespräche nur noch hinter meinem Rücken stattfanden. Hätte ich mich umgesetzt, hätte ich die Tür im Rücken gehabt – auch nicht besser. Also hieß es aushalten und meine unangenehmen Gefühle da sein lassen.

Nach dem Abendessen ging ich mit meinem Abendtee auf mein Zimmer und schlief nach dem Tagebuchschreiben und pappsatt, wie ich war, schnell ein.

Eine Woche ganz für mich

In den Montagmorgen startete ich mit Pilates, wofür ich mich am Abend zuvor noch angemeldet hatte. Danach gab es ein leckeres, fast-veganes Frühstück (Obstteller, Birchermüsli, Avocado, grüner Tee und O-Saft) und gestärkt machte ich mich auf, um einige organisatorische Fragen zu klären.

Nur weil ich mich am Abend zuvor damit abgefunden hatte, musste ich ja jetzt nicht die ganze Woche an einem Tisch sitzen, an dem ich mich nicht wirklich wohlfühlte. Also bat ich darum, einen anderen Tisch zugewiesen zu bekommen – und siehe da: alles gar kein Problem. Manchmal muss man einfach nur fragen, um zu bekommen, was man will.

Außerdem hatte ich eine Massage gebucht und festgestellt, dass zum geplanten Zeitpunkt eine Wanderung stattfinden sollte, die ich gerne mitmachen wollte. Also fragte ich auch diesbezüglich einfach mal nach und bekam einen Termin noch am selben Mittag 🙂 es fügte sich alles mal wieder zu meinen Gunsten, hatte ich das Gefühl. Doch auch hier: Warum? – Weil ich nachgefragt habe!

Pure Entspannung

So ziemlich direkt von der Rezeption konnte ich schon zur Massage aufbrechen: einer Ayurveda-Massage mit Stirnguss. Ich hatte schon so viel Gutes über die entspannende Wirkung eines Stirngusses gehört, dass ich das unbedingt ausprobieren wollte.

Was mir vorher nicht bewusst war: Die klassische ayurvedische Massage ist sehr sanft. Ich bin ja sonst ein Fan von kräftigen Massagen – soll ja auch was bringen! Bei der Abhyanga wird man hauptsächlich mit warmem Öl eingeölt und die Meridiane durch Streichen aktiviert. Ich hatte zwischendurch ein paar Mal den Impuls, den Masseur zu bitten, doch etwas kräftiger zu massieren, bzw. habe immer darauf gehofft, dass es bald mal „richtig“ losgehen würde. Nach einer Weile habe ich mich aber einfach hingegeben und darauf vertraut, dass er schon wusste, was er tat. Nach 40 Minuten Massage waren 15 Minuten Stirnguss angesagt, wobei warmes Sesamöl immer wieder über die Stirn gegossen wird und Richtung Kopfkrone und dann auch die Haare entlang rinnt.

Und das war tatsächlich sehr, sehr, sehr entspannend. Man sagt, der Stirnguss tut vor allem sehr kopflastigen Menschen gut, deren Gedanken immer am Rennen sind. Wer mich kennt, weiß: zu diesen Menschen gehöre ich sowas von definitiv dazu!

Nach der Stunde Anwendungsdauer war ich tiefenentspannt und sogar Schultern und Nacken, die vorher total verspannt waren, taten nicht mehr weh. Einen besseren Start für meine Urlaubswoche hätte ich mir gar nicht vorstellen können!

Nach der Massage duschte ich das ganze Öl ab (bei den Haaren hatte ich keine Chance, da hat es ca. 4 Wäschen über zwei Tage verteilt gebraucht 😀 ) und machte mich auf in den Ruhebereich. Den hatte ich fast den ganzen Nachmittag für mich und verbrachte meine Zeit mit Lesen, Meditieren, Nachdenken, Tagträumen und gelegentlichem Wegdösen. Genau so hatte ich mir das vorgestellt 🙂

Am Nachmittag gönnte ich mir ein Stück Kuchen und einen Kaffee, dann ging es zurück in den Ruhebereich – diesmal einen anderen – und die Nicht-Aktivitäten von zuvor wurden fortgeführt. Das Abendessen war wieder himmlisch, vor allem das Schokosorbet! 🤤

Den restlichen Abend nutzte ich für eine Monatsreflexion in meinem Tagebuch. Der August hatte gerade begonnen, und es hat sich in den letzten Monaten für mich bewährt, zum Ende eines Monats auf meine Glücksmomente und Verbesserungspotentiale zurückzuschauen und einen Fokus für den neuen Monat zu setzen. Danach war ich wieder mal richtig erfüllt und voller Vorfreude auf einen wundervollen Monat August, angefangen mit einem wunderschönen Urlaub.

Same, same, but different

Am zweiten Tag wiederholten sich meine Aktivitäten so ungefähr, bis auf die Massage (leider 🙁 ).

Dienstagmorgens ging es wieder zu einem Kurs. Da ich ja das meiste aus meinem Urlaub rausholen, nichts verpassen wollte und die meisten Kurse nach was für mich klangen, hatte ich mich nämlich für so einige angemeldet… Eine fragwürdige Entscheidung, doch für den Moment schien das eine gute Idee.

So sah mein Aktivprogramm schließlich aus: Für alle angekreuzten Kurse hatte ich mich angemeldet.

Nach dem Kurs ging es wieder zum Frühstück und anschließend direkt in den Ruhebereich: Lesen, Meditieren, Nachdenken, Tagträumen. Am Nachmittag gab’s Kuchen und Kaffee und danach setzte ich mich mit meiner Urlaubslektüre – „Das Kind in dir muss Heimat finden“ von Stefanie Stahl samt passendem Arbeitsbuch – in die Lounge, bevor es zum Abendessen ging. Diesmal hatte ich so einen Hunger, dass ich vom Hauptgang sogar noch einen Nachschlag bestellte 😀

Danach ging ich wieder mit meinem Tee auf mein Zimmer und beschäftigte mich noch ein bisschen weiter mit meinem inneren Kind. Und ich kann euch sagen, an diesem Nachmittag und Abend hagelte es Erkenntnisse! Diese innere Arbeit kann echt anstrengend sein. Und gleichzeitig so befreiend 🙂 Jedenfalls schlief ich auch an diesem Abend schnell und glücklich ein.

Wissen vs. Handeln

Am Mittwochmorgen stand Yoga auf dem Plan, wofür ich mich natürlich auch angemeldet hatte.
Dafür gab es beim Frühstück eine Neuerung: Am Tag zuvor hatte eine Dame am Nachbartisch berichtet, dass sie ihren Basen-Frühstücksbrei abbestellt hatte (in dem Hotel gibt’s nämlich auch Basenfasten-Aufenthalte). Für einige sicher nachvollziehbar, berichtete sie, dass sie sich beim Breiessen fühlte wie ein Baby oder ein steinalter Mensch ohne Zähne, und dass sie was zum Kauen bräuchte.
Für mich jedoch klang warmer Frühstücksbrei traumhaft – also habe ich mir den für die ganze Woche im Voraus bestellt. Und kombiniert mit Früchten war der das perfekte Frühstück für mich! 🙂

Die Erfahrung wiederholte sich: Ich hatte ein Frühstück ganz nach meinem Geschmack bekommen, weil ich danach gefragt hatte. Sowas ist für mich immer wieder ein Über-meinen-Schatten-Springen. Ich will ja schließlich keinem zur Last fallen, keine Umstände machen, nicht unangenehm auffallen. Eigentlich, ganz ehrlich, am besten gar nicht auffallen. Nur: Wenn ich immer alles einfach so hinnehme, wie es ist, mich nicht traue, für mich einzustehen, den Mund aufzumachen, mich zu zeigen, dann darf ich mich auch nicht wundern, wenn ich mich unsichtbar fühle, unwichtig, übergangen.

Und obwohl ich diese Erkenntnis schon mehr als einmal während meines Urlaubs gehabt hatte, handelte ich am Nachmittag doch wieder dagegen:

Nach einem entspannten Vormittag in Sauna und Ruhebereich und dem Nachmittagskurs (der dem Vormittags-Yoga zu etwa 95% entsprach 😀 ) war es wieder Zeit für Kaffee und Kuchen. Ich saß an meinem Tisch und eine Frau fragte, ob sie sich zu mir setzen dürfe. Gerne, so ein bisschen Gesellschaft zwischendurch war mir recht 🙂 Wir waren uns ohnehin schon mehrmals begegnet, hatten „Hallo“s und Lächeln ausgetauscht. Das Gespräch war auch im Grunde genommen nett, doch irgendwann passierte wieder, was ich so oft erlebe: Scheinbar hatte sie schnell Vertrauen zu mir gefasst und fing an, mir „ihr Leid zu klagen“ und, so wie es sich für mich anfühlte, ihre Probleme bei mir abzuladen. Es gelang mir immer wieder, auf positive Themen zu sprechen zu kommen, aber es driftete immer wieder ab. Was ich hätte sagen sollen: „Tut mir leid, dass du so schwierige Zeiten erlebt hast bzw. erlebst. Ich kann und möchte mir das aber nicht weiter anhören und helfen kann ich dir sowieso nicht, bitte suche dir professionelle Hilfe.“ Was ich gesagt habe: „Aha, ja, verstehe ich. Oh, du Arme. Ja, da hast du recht. Was, das hat er echt gesagt?!?“

Abgrenzung: Fehlanzeige. Ich hoffe einfach, dass sie sich nach dem Gespräch besser gefühlt hat. Mir ging es danach jedoch eher nicht so gut. Ich war über meine Bedürfnisse hinweggegangen und fühlte mich ziemlich ausgelaugt.

„Das Leben gibt dir solange dieselbe Aufgabe, bis du sie löst.“

Aus Folge #103 des Podcasts „happy, holy & confident“ von Laura Malina Seiler

Also legte ich mich vor dem Abendessen noch ein wenig in Stille in die Salzgrotte und meditierte.

Und nach dem Abendessen gab’s dann ein bisschen Ablenkung, personalisiert durch die gute Tine Wittler. Ich liebe solche Sendungen irgendwie einfach, wo aus völlig abgeranzten Häusern wieder was Schönes gemacht und im Endeffekt ja auch Menschen geholfen wird. Über die Aufmachung seitens der einschlägigen Fernsehsender lässt sich sicher streiten, aber für mich darf sowas ab und an einfach auch mal sein 🙂

Zwischenfazit und Kurskorrektur

Für Donnerstag hatte ich mich für die etwa 3-stündige Wanderung angemeldet. Schon am Abend vorher, nach dem energiezehrenden Gespräch am Nachmittag, war ich mir gar nicht mehr so sicher, ob ich da Lust drauf hatte. Mir war aufgefallen, dass ich mich angestrengt und eher angespannt fühlte, ein Druck lastete auf mir. Also fragte ich mich, ob ich mich so fühlen wollte, und die Antwort war natürlich ein klares Nein! Ich war doch in diesen Urlaub gefahren, um Zeit mit mir alleine zu verbringen, um zu reflektieren, nachzudenken, in mich zu gehen, mich mit mir selbst und meiner Intuition zu verbinden, um letztlich Klarheit zu gewinnen – darüber, was ich wirklich wollte im Leben, wie es mit mir weitergehen sollte.

War dafür eine Wanderung in der Gruppe das Richtige? Wohl eher weniger…

Also sagte ich die Wanderung und den Nachmittagskurs ab und verbachte den Tag in den verschiedenen Ruhebereichen (auch draußen) des Hotels hauptsächlich in stiller Meditation. Die Stille genoss ich in vollen Zügen, anderen Gästen (den paar, die da waren), ging ich möglichst aus dem Weg. Ich tat, was sich gut anfühlte, und am Abend ging es mir wieder viel besser. Ich hatte meinen tiefenentspannten Zustand von Montag zurückerlangt.

Waldbaden und ein Rendezvous mit meinem inneren Kind

Ein wenig raus in die Natur wollte ich dann aber doch noch. Das anfangs regnerische Wetter hatte sich total gewendet, seit Mittwoch war der Himmel wunderschön klar und die Sonne schien bei angenehmen 28 Grad.

Da ich die Donnerstags-Wanderung abgesagt hatte, machte ich mich also freitags ganz alleine auf zu einer kleinen, etwa zweistündigen Wandertour. Ich genoss es so, von Stille und Natur umgeben zu sein, den Wald mit allen Sinnen wahrzunehmen, in meinem eigenen Tempo zu gehen und auch mal eine andere Abzweigung zu nehmen als vorgesehen, wenn ich Lust darauf hatte. Eine schöne Analogie zum Leben, nicht?

Nach einem kleinen Mittagessen war ich wieder voll motiviert, mich weiter mit meinem inneren Kind zu beschäftigten, und setzte mich dafür wieder in die gemütliche Lounge. Dort unterhielt ich mich dann doch länger als gedacht mit einer super netten Hotelangestellten. Sie war mir auch schon vorher begegnet und ihre positive Ausstrahlung hatte mich neugierig gemacht. Das wurde dann ein richtig nettes Gespräch 🙂

Fast schon wieder Aufbruchstimmung

Meinen letzten Tag startete ich wieder mit einem Kurs – Gesichtsyoga, das wollte ich unbedingt ausprobieren! – und einem leckeren Basen-Frühstück. Bei meiner neu angeeigneten „Routine“ aus Saunieren und im Ruhebereich Chillen liefen mir jetzt wesentlich mehr andere Gäste über den Weg, es war sichtlich mehr los.

Nachmittags setzte ich mich wieder zu meiner neuen Freundin in die Lounge, diesmal aber auf die Terrasse. Ich setzte meine innere-Kind-Arbeit fort und kam dem Drang nach, ein paar Erkenntnisse mit meiner Mama zu teilen, mit der ich eine Weile telefonierte. Auch mit 30 brauche ich einfach manchmal meine Mama, und ich bin fest überzeugt, dass sich das nie ändern wird. 💕

Nach dem leckeren Abendessen machte ich heute mal einen kleinen Spaziergang durchs Dorf und packte schonmal meine Sachen, bevor es ins Bett ging. Normalerweise bin ich ja mehr so die Last-Minute-Packerin, aber dieses Mal wollte ich mir den Sonntagmorgen so entspannt wie möglich gestalten und arbeitete ein wenig vor.

Zurück in die Hitze und nach Hause

Für den Tag der Abreise hatte ich mich nämlich nochmal in einen Kurs eingetragen.

Ich packte also morgens soweit fertig, bezahlte meine Rechnung und ging dann in den Kurs. Nach dem anschließenden Frühstück wurde ich zum Bahnhof gefahren. Schon auf dem Weg merkte ich, wie es immer wärmer wurde. Für Freiburg, Karlsruhe und zu Hause waren für den Tag bis zu 38 Grad gemeldet. So richtig freute ich mich ja nicht darauf, bei den Temperaturen, auch noch mit Maske und zweimal Umsteigen, Zug zu fahren. Dafür umso mehr auf Zuhause und meinen Liebsten. 🙂 Zur Feier des Tages haben wir übrigens Pizza bestellt.

Und was passiert mit der Entspannung im Alltag?

Noch auf meiner Reise hatte ich ein Bild gesehen mit der Affirmation „Ich bin erfüllt und zufrieden.“ und mir gedacht: Ja, bin ich tatsächlich. Jetzt gerade fällt mir das ziemlich leicht, so im Urlaub und ganz entspannt. Aber wie wird das wohl, wenn ich wieder zurück bin?

Ich muss sagen, in der ersten Woche war ich weiterhin tiefenentspannt. Ich hatte auch wieder viel mehr Freude an allem, was so anstand. Ich konnte sogar bei offenen Fenstern schlafen!! Das geht normalerweise gar nicht für mich, denn ich brauche es leise und dunkel, und das ist hier beides nie der Fall.

Den größten Aha-Moment hatte ich aber, als ich mittwochs, an meinem auserkorenen Haushalts-Tag, ganz entspannt und gelassen alles erledigt hatte und mich danach wunderte: „Krass, jetzt ist alles erledigt und habe noch total viel Zeit und Energie – was mache ich denn jetzt noch?!

Der Effekt ließ natürlich mit der Zeit wieder nach, der Alltagstrott schlich sich wieder ein. Aber ich versuche seitdem definitiv, mich an dieses Gefühl der Gelassenheit und der Energie zu erinnern und es zu kultivieren. Denn ich habe gelernt, wie gut mir Auszeiten, Meditation und Stille tun und welche Kräfte dadurch freigesetzt werden.

Also versuche ich, dafür zu sorgen, mich möglichst oft so zu fühlen. Und es gelingt. Mal besser und mal schlechter, aber es gelingt.

Mein Fazit

…lautet: Urlaub alleine? Ja, bitte. Immer wieder gerne. Mir gibt die Zeit alleine sehr viel Kraft. Das ist sicher nicht für jede*n so, aber falls es dir da ähnlich geht wie mir: Versuche unbedingt, dir solche Inseln zu schaffen. Du bist es wert! Muss auch nicht immer gleich eine Woche sein 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.